Kastration

Kastration bei Hunden - immer wieder ein Thema. Da ich bekannterweise kein Freund von schnellen Kastrationen bin, wenn kein gesundheitlicher Aspekt vorliegt, möchte ich zumindest noch einmal auf die Gefahren und Probleme hinweisen, die auftreten können. Ich selbst habe meine erste Hündin mit 4 Jahren kastrieren lassen müssen, sie hatte ständige Scheinschwangerschaften mit Milchfluss und extremen Verhalten, z.B. hortete sie Spielzeug und versuchte dieses zu säugen. Aufgrund der Tatsache, dass sich die Schweinschangerschaften nicht in den Griff bekommen liesen, blieb uns nur der Schritt zur Kastration, die in unserem Fall auch gut ging und keinerlei Probleme mit sich brachte. Unseren Rüden Lennox lies ich mit 6 Monaten kastrieren, er war seit er ein Welpe war, schwer HD und ED geschädigt. Mir wurde damals empfohlen, ihn früh kastrieren zu lassen. Ich würde das heute nicht noch einmal tun, obwohl wir keine Probleme mit Lennox hatten. Da er aber leider nur 3 Jahre und 4 Monate werden durfte, weiß ich nicht, wie es im Alter gekommen wäre. Mir sind aber auch Fälle bekannt, die nicht problemlos verliefen... 

Kastration

 
Unserer Meinung nach -  wenn eine Kastration in Betracht kommt- sollte das betreffende Tier seine geistige und körperliche Entwicklung vollendet haben - beim Dalmatiner also frühesten ab 2 Jahren.
Insbesondere eine frühe Kastration führt zu Störungen im Wachstum und erhöht das Risiko für verschiedene Krankheiten (s.u.)
Die Geschlechtshormone spielen eine zentrale Rolle im Körper, besonders in der Skelettentwicklung. Frühkastrierte Hunde beider Geschlechter haben einen verzögerten Epiphysenschluss um 3-4 Monate. Diese verzögerte Schließung der Wachstumsfugen wird im Zusammenhang mit der Neigung zu Verletzungen und Fehlbildungen diskutiert. Weiter sind größere Anfälligkeit für Skelettkrankheiten und längere Röhrenknochen bei früh kastrierten Tieren beobachtet worden. Das gilt auch für die sog. Chip-Kastration beim Rüden, da praktisch kein Testosteron mehr produziert wird. Nebenwirkungen davon können auch Müdigkeit, Depressionen, Haarausfall und Muskelabbau sein. Die Sexualhormone korrespondieren im Körper mit vielen Hormonen. Dieses fein abgestimmte System kommt durch die Kastration aus dem Gleichgewicht. Hündinnen fehlt nach der Kastration das Hormon Östrogen, ein Gegenspieler des Testosterons, das in der Nebennierenrinde produziert wird. Die Hirnanhangdrüse steuert diese Hormonproduktion, indem sie darauf achtet, dass die beiden Hormone im Gleichgewicht bleiben. Hündinnen können nach der Kastration daher ein männlicheres Verhalten zeigen.
 
Von der Kastration werden sich meist Verhaltensänderungen erhofft. Die Kastration beim Rüden kann nur Probleme reduzieren, die direkt von testosteronbedingten Verhaltensweisen abhängt. Rangordnungsprobleme mit dem "menschlichen Rudel", Schwierigkeiten bei der Erziehung usw. gehören nicht in diese Kategorie. In der Pubertät ist einfach "Durchhalten" angesagt.
Eine Kastration der Hündin zwecks Verhaltenstherapie hat nur Sinn bei übersteigert aggressivem Verhalten, das ausschließlich in der Zeit der Läufigkeit und der Scheinschwangerschaft auftritt.
 
Einige Studien weisen auf einen Placeboeffekt hin. Wenn Hundehalter glauben, dass eine bestimmte Maßnahme bestimmte Auswirkungen hat, z. B. dass der Hund danach weniger aggressiv sein soll, dann verhalten sie sich oft anders ihrem Hund gegenüber. Und dieser veränderte Umgang des Halters mit seinem Hund kann dann für die beobachteten Veränderungen verantwortlich gemacht werden - nicht die Trainingsmethode, nicht der Wegfall der Geschlechtshormone hat die Veränderung des Verhaltens verursacht, aber der Halter glaubt daran.
 
Häufig wird als Kastrationsgrund bei der Hündin das Risiko für Mammatumore genannt. Dass das nur minimalst gesenkt wird und zwar nur, wenn vor der ersten Läufigkeit kastriert wird – erzählt der Tierarzt leider selten. Eine spätere Kastration senkt das Risiko für Gesäugetumore nicht.
 
Die Kastration der Hündin steigert aber folgende Risiken:
 
-  Übergewicht
- Herztumoren
- Harninkontinenz
- Schilddrüsenkrebs
- Schilddrüsenüberfunktion
- Nieren/Blasengeschwüre
-chronische Hornhautentzündung
- Schwund von Muskelmasse und Bindegewebe
- Knochenkrebs
 
Beim Rüden entsteht ein erhöhtes Risiko für:
 
-Übergewicht
-Prostatakrebs
-Nieren/Blasengeschwüre
-Diabetes
-Schilddrüsenüberfunktion
- Knochenkrebs
 
Speziell beim Dalmatiner erhöht sich auch das Risiko zur Steinbildung, da i.d.R. der Hund weniger markiert – sowohl beim Rüden als auch bei der Hündin.
 

 

 

Ich durfte diesen Text von der Seite der Herzfleck Dalmatiner übernehmen. Vielen Dank dafür!

Kommentare

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  • Andreas Menge (Dienstag, 01. Januar 2019 14:49)

    Liebe Familie Leupold, ich wünsche euch einen guten Start in ein gesundes und erfolgreiches neues Jahr!
    Liebe Grüße
    Charly & Andreas

  • Wild-Schmidt (Montag, 17. Dezember 2018 14:30)

    Hallo Bianca, jetzt wollte ich dir die Bilder schicken, aber wie du weisst bin ich ein technischer Trottel und ich habe keinen Plan wie ich jetzt an die Festplatte komm.

    Die Sandra wieder, vielleicht kannst du mir deine Mail Adresse mal gesondert schicken, da bekomm ich das vielleicht auch noch hin.

    Liebe Grüße Sandra aus Thüringen

  • M. + W.Dietze (Montag, 02. April 2018 18:58)

    D Wurf gefällt uns. Hoffentlich habt ihr nicht zu viel Stress mit der ganzen Bande!

  • Barbara (Sonntag, 01. April 2018 17:01)

    Ganz herzliche Glückwünsche zum D-Wurf und eine schöne Welpenzeit wünschen die Zwei- und Vierbeiner vom Klingemeier Hof

  • Hannelore Kampe (Montag, 31. Juli 2017 14:07)

    Liebe Frau Leupold,
    gerade hab ich unter Tränen die Berichte Ihres C-Wurfes gelesen und die vielen Bilder dazu gesehen...
    Ja es ist sehr schwer, einen Hund gehen zu lassen, und gerade weil sie noch so jung waren. Unser erster Hund war ein Deutsch-Kurzhaar-Dalmatiner Mischling. Er hat unser Leben 13 Jahre lang begleitet und die Trauer war riesengroß . Doch wir hatten noch die Dalmatiner-Hündin Biene, die unsere Aufmerksamkeit und Zuwendung brauchte. Sie hat uns auch fast 12 Jahre begleitet und ihr Weg über die Regenbogenbrücke ist nun schon ein Jahr her; doch sie fehlt uns immer noch. Mein Mann hat sich vor 3 Jahren wieder einen Deutsch-Kurzhaar Rüden ausgesucht, der unsere Aufmerksamkeit nun ganz für sich alleine hat. Jetzt bin ich mit der Trauer um Biene soweit, dass ich wieder einem neuen Dalmi meine Liebe und Zuwendung schenken kann. Auf der Suche nach Züchtern bin ich auf Ihre Seite gekommen.
    Schade, dass Sie noch nicht wissen, ob und wie es bei Ihnen weiter geht. Doch ich kann Sie sehr gut verstehen.
    Ich habe mir überlegt, dass es diesmal ein braun-weißer Rüde sein soll. Der wäre dann ganz anders als die schwarz-weiße Biene. Und somit käme man nicht in Versuchung die beiden immer wieder zu vergleichen.
    Zeitlich hatten wir uns das nächste Jahr ausgesucht.
    Ich wünsche Ihnen und Ihrer Familie ganz viel Kraft für die nächste Zeit!
    Herzlichst Ihre
    Hanne Kampe

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