Im Laufe der Zeit habe ich mittlerweile auch einige Bücher, Thema Hunde betreffend, gelesen. Hier meine Favoriten, die ich weiterempfehlen kann.

Antijagdtraining - Wie man Hunde vom Jagen abhält, von Pia Gröning und Ariane Ullrich

Jeder Hund kann gehorchen lernen - Schluss mit der Leckerchen-Lüge..., von Dirk Lenzen

Homöopathie - Heilfibel eines Tierarztes, von Hans Günter Wolf

Dieser Text wurde von Karola Lehmann (vorher Lange) geschrieben. Ich finde ihn so toll, dass ich ihn hier mit dem Einverständnis von Karola veröffentlichen möchte!

erstellt von Karola Lange

  1. I. HERSTELLUNG DER RANGORDNUNG DURCH DOMINANZ *

1. Wer ist hier der Boss? *

2. Submissive Dominanz. *

3. Verhaltensweisen zum Aufbau von Dominanz. *

II. ERZIEHUNG *

1. Grundsätzliches zur Erziehung *

2. Name *

3. Loben *

4. Strafen *

5. Augenkontakt: "Schau her" *

6. Verbotsworte *

7. Befehlsworte: *

III. Triebe und Instinkte *

1. Erläuterung *

2. Folgetrieb *

3. Spiel- und Bewegungstrieb *

4. Jagdtrieb *

IV. UNSER WELPE KOMMT INS HAUS *

1. Schlafplatz *

2. Stubenreinheit *

3. Alleinbleiben *

4. Welche Plätze für den Hund? *

5. Welches Spielzeug? *

6. Hund und Kind *

V. FELL- UND KÖRPERPFLEGE *

1. Fell *

2. Krallen *

3. Zähne *

VI. ERNÄHRUNG *

1. Allgemeines *

2. Fleischfütterung *

3. Trockenfutter mit Ergänzungszutaten *

4. Honig *

5. Apfelessig *

6. Knoblauch *

7. Nach der Fütterung *

8. Wieviel füttern? *

9. Das durchschnittliche Gewicht von 2 - 12 Monaten *

10. Täglicher Nahrungsbedarf erwachsener Hunde *

11. Fütterungsanleitung *

12. Fertigfutter / Alleinfutter *

VII. Dalmatinervereine *

1. Nachzuchttreffen *

2. Rassehundezuchtausstellungen *

VIII. Buchtips UND QUELLENNACHWEIS *

Buchtips *

Quellennachweis *

I. HERSTELLUNG DER RANGORDNUNG DURCH DOMINANZ

 

1. Wer ist hier der Boss?

Unser Hund ist bekanntlich ein Rudeltier, das sich in ein soziales Gefüge (Familie) einfügt und in der Familienhierarchie seinen festen Platz haben sollte und muß. Nun versucht unser Hund aber von Natur aus, in der Familienhierarchie höher zusteigen. Normalerweise sollte er an letzter Stelle in der Familie stehen. Das will der Hund aber nicht unbedingt so akzeptieren. Er versucht durch dominantes Verhalten, seine Rangstufe in seinem Menschenrudel zu verbessern.

Es gibt zwei Arten von Dominanz:

- die aggressive Dominanz (knurren, beißen) und

- die submissive Dominanz.

Letztere interessiert uns hier besonders, denn wenn ein Hund aggressiv dominant ist, fällt einem das unschwer auf und wir würden es auch nicht dulden, daß der Hund uns anknurrt oder gar beißt. Die submissive Dominanz dagegen äußert sich ganz anders. Der Hund versucht, uns durch bestimmte Verhaltensweisen zu etwas zu bringen, was er gerne möchte oder er ignoriert einfach die Befehle und tut, was er gerne möchte.

2. Submissive Dominanz.

Beispiele:

  • Der Hund kommt an und stößt mit der Schnauze gegen Frauchen's Hand. Daraufhin beginnt Frauchen sofort, den Hund zu streicheln und schon hat der Hund sein Frauchen dominiert, indem sie etwas getan hat, was er wollte und nicht andersherum. Sie hätte lediglich dem Hund nach dem Schnauzenstoß einen Befehl, z.B. "Sitz" geben müssen und ihn erst nach Befehlsausübung streicheln. Dann nämlich wird der Hund gestreichelt, nicht etwa, weil er es gerne wollte, sondern weil er brav gehorcht hat.
  • Der Hund bringt Ihnen ein Spielzeug und möchte, daß Sie mit ihm spielen. Nehmen Sie sofort das Spielzeug und tun das vom Hund Gewünschte, hat er Sie schon wieder dominiert. Hier verfährt man genauso wie oben: Erst schön "Sitz", dann wird gespielt.
  • Frauchen ruft ihren Hund, er schaut zwar her, hat sie also offensichtlich gehört, denkt aber gar nicht daran zu gehorchen, sondern macht weiter das was er möchte. Schon wieder dominiert er.

 

 

Es gibt einige wirklich leicht durchführbare Methoden, um dem Hund zu zeigen, wer hier das "Alphatier" ist. Denn akzeptiert Ihr Hund Sie als über ihn dominant, kann ein zuverlässiger Gehorsam ganz selbstverständlich aufgebaut werden. In der Natur verhält es sich ja genauso. Da folgen die Rangniedrigeren auch ohne "wenn und aber" ihrem Alphatier ganz selbstverständlich.

3. Verhaltensweisen zum Aufbau von Dominanz.

  • Lassen Sie Ihren Hund nie als Erster die Treppe hochgehen oder als ersten durch die Tür huschen (beides tut er sehr gerne), das steht ihm ranggemäß nicht zu, denn Sie sind "Alpha" und dürfen zuerst. Will er vor Ihnen durch die Tür, machen Sie sie ihm vor der Nase zu. Damit Ihr Hund versteht, was Sie von ihm wollen, lassen Sie ihn erst "Sitz" machen, dann gehen Sie vor und holen ihn mit "Komm" nach, verhindern aber, daß er sie überholt (beim Treppensteigen). Nach und nach wird er automatisch hinter Ihnen bleiben.
  • Liegt Ihnen der Hund im Weg, weicht man normalerweise aus und geht um ihn herum. Wieder ein Pluspunkt für Ihren Hund. Also gehen Sie nicht um ihn herum, sondern geradewegs auf ihn zu und bringen ihn dazu, Ihnen auszuweichen.
  • Lassen Sie Ihren Hund nicht einfach, nur weil er Lust dazu hat, zu Ihnen aufs Sofa springen. Lassen Sie ihn erst "Sitz" machen, dann darf er mit "Hopp" hoch zu Ihnen.
  • Will Ihr Hund ins Auto springen, darf er es erst, wenn Sie ihm das ausdrücklich erlaubt haben. Lassen Sie ihn erst "Sitz" machen und dann mit "Hopp" reinspringen.
  • In der Natur bekommt der Ranghöchste immer zuerst das Futter. So sollten Sie auch Verfahren. Der Hund bekommt seine Mahlzeit erst, wenn Sie gegessen haben.

Ihr Hund sollte grundsätzlich und von Anfang lernen: "Wenn ich gehorche, bekomme ich was ich will". So wird der Gehorsam freudig und leicht aufgebaut.

  1.  

ERZIEHUNG

1. Grundsätzliches zur Erziehung

Sie sollten Ihren Hund nur in Ausnahmefällen anbrüllen. Grundsätzlich gilt: Alle Befehle werden eher geflüstert als zu laut gesprochen. Ihr Hund gewöhnt sich sehr schnell an lautstarke Befehle und gehorcht dann auf den normalen Ton nicht mehr. Immer werden Sie ruhig und überlegen mit ihm umgehen.

Auf jeden Fall müssen Sie darauf achten, daß jeder Befehl den Sie geben, auch möglichst beim ersten Kommando ausgeführt wird. Jeder Befehl und jedes Kommando soll möglichst kurz sein. Deshalb bestehen Befehle und Kommandos aus nur einem Wort. Ganz selten aus mehreren Wörtern. Der Hund lernt sehr schnell, daß er nicht unbedingt beim ersten Mal zu gehorchen braucht, sondern daß Sie auch durchaus zwei- oder dreimal den Befehl geben. Deswegen ist es anfangs besser, erst an kurzer (ca. 1 m), dann an langer Leine (8 m bis 20 m) zu üben. Erst wenn alles super klappt; versuchen Sie es ohne Leine. Gehorcht er nicht, kommt die Leine wieder dran.

Es ist sehr viel einfacher, dem Hund erst nach und nach beim üben mehr Freiheit zu geben, als sie ihm in späterem Alter wieder nehmen zu müssen, weil er nicht gehorcht.

Grundsätzlich gilt:

Was Sie Ihrem neuen Familienmitglied in den ersten Wochen nicht verbieten, werden Sie ihm möglicherweise nie mehr verbieten können. Also sprechen Sie vorher mit Ihrer Familie ab, was der Welpe darf und was nicht. Beim Lernen gilt gleiches: "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr oder recht schwer". Der Hund muß merken, daß ihm nur Vorteile dadurch erwachsen, wenn er gehorcht, denn unser Hund ist ein absoluter "Egoist". Er tut freiwillig nur etwas, wenn für ihn etwas Positives dabei herausspringt (Lustprinzip). Alles was er als negativ empfindet, wird er unterlassen. Deswegen sollte zwischen Ihnen und Ihrem Hund immer eine fröhliche und entspannte Atmosphäre herrschen, so daß er Sie grundsätzlich mit etwas Positivem in Verbindung bringt.

Wenn Sie merken, daß Sie ungeduldig oder wütend beim Üben werden, oder daß Sie keine rechte Lust haben, lassen Sie es lieber. Sind Sie gerade beim Üben und ärgern sich über Ihren Hund oder etwas anderes, beenden Sie die "Übungsstunde" mit einer Übung, die Ihr Hund sehr gut beherrscht, loben ihn kräftig und entlassen ihn aus der Übung mit "Lauf". Dieses "Lauf" sollte immer am Ende einer Übungsphase stehen, damit Ihr Hund weiß, jetzt ist für mich die Übung zu Ende.

Die Übungen sollten zweimal täglich vorgenommen werden und jeweils nicht länger als 5 Minuten dauern. Ist Ihr Welpe noch recht klein, fangen Sie mit je 2 - 3 Minuten an und steigern sich je nach Konzentrationsvermögen Ihres Hundes.

Die Unterordnungsübungen (Sitz, Steh, Platz, Bleib, Fuß, Hier) sollte jeder Hund beherrschen!!! Es geht nämlich nicht nur darum, daß diese Übungen im Alltag überall angewendet werden können und ein gut erzogener Hund überall gut ankommt, sondern auch darum, Ihren Status als "Rudelführer" immer wieder klarzustellen.

 

Durch die Unterordnungsübungen zeigen Sie Ihrem Hund, wer hier der "Boss" ist.

Bei der Gelegenheit möchte ich auch gleich erwähnen, dass das "sich Anfassen lassen" auch eine Form der Dominanz ist. Sie als Hundebesitzer müssen Ihren Hund an jeder, wirklich an jeder Stelle seines Körpers anfassen können. Neben dem Dominanzeffekt ist es besonders beim Tierarztbesuch wichtig. Das "sich Anfassen lassen" können Sie beim täglichen Spielen mit einbauen. Sollte Ihr Hund etwas dagegen haben, schimpfen Sie nicht, sondern brechen den "Anfassversuch" ohne jede weitere Reaktion ab, versuchen es jedoch nach kurzer Zeit wieder. Auf diese Art und Weise wird es Ihr Dalmatiner als selbstverständlich ansehen, wenn Sie ihm mal die Pfoten, Ohren oder Zähne kontrollieren.

Anfangs sollte sich nur eine Person um die Erziehung des Hundes kümmern, bis der Hund die Befehlsworte versteht und weiß, was er zu tun hat. Alle Familienmitglieder müssen die gleichen Befehls- wie auch Verbotsworte benutzen.

Wenn Sie in Ihrer Nähe die Möglichkeit haben, sollten Sie einen Erziehungskurs mit Ihrem Hund besuchen. Oftmals klappt es mit der Erziehung nämlich schon ganz gut, wenn man mit dem Hund allein übt. Kommen aber andere Hunde hinzu, ist auf einmal alles vergessen. Sie sollten allerdings darauf achten, daß Sie in dem Erziehungskurs Ihre Erziehungsmethode beibehalten können und nicht zuviel mit Härte gearbeitet wird. Im Club für Dalmatiner – Freunde (Regionalvertretung Mitte) wird der Erziehungskurs nach der Methode von Gottfried Dildei angeboten. Diese Erziehungsmethode sieht keine physiologische oder körperliche Bestrafung vor, sondern nutzt den natürlichen Futtertrieb zum Erreichen des Übungszieles aus.

Der Hund, also auch unser Dalmatiner, stammt, wie wir ja wissen, vom Wolf ab und ist durch Domestikation (Haustierwerdung) zu dem geworden, was er jetzt ist. Nichts desto Trotz hat er aber entscheidende Verhaltensweisen beibehalten. Er hat Triebe und Instinkte wie sein Urvater. Einige davon können wir uns für die Erziehung nutzbar machen (Freßtrieb, Spieltrieb, Folgetrieb). Denn was der Hund durch sein natürliches Triebverhalten lernt, lernt er viel schneller, freudiger und zuverlässiger. Man kann sehr wohl merken, ob ein Hund nur mit Härte erzogen wurde oder ob man sich intelligent seine Triebe zunutze machte.

 

 

 

 

2. Name

Als erstes muss der Hund seinen Namen lernen. Benutzen Sie ihn so oft es geht, wenn Sie mit ihm spielen oder wenn Sie ihn z.B. zum Fressen rufen.

Der Name sollte auch vor den jeweiligen Befehlen genannt werden, z.B. "Ondra, sitz", nicht aber vor Verbotsworten.

3. Loben

Mit Lob wird niemals gespart. Für alles was Ihr Hund "auf Befehl" gut gemacht hat oder wenn er eine von Ihnen gewünschte Verhaltensweise zeigt (für die Sie sich dann auch ein Befehlswort ausdenken müssen, damit er diese Verhaltensweise später auch auf dieses Befehlswort hin ausführt, z.B. er fängt an zu bellen, weil jemand kommt, sagen Sie "gib laut"), loben Sie ihn kräftig. Der Hund muß an Ihrem Tonfall deutlich erkennen, daß er gelobt wird. Gelobt wird mit hoher Stimme in langgezogenen Worten und mit echter innerer Freude: "Feiin, sooo ist es braaav, feiiner Hund!". Das Ganze wird verbunden mit einem liebevollen Körperklopfen und anfangs immer mit Leckerli. Das Leckerli wird erst langsam nach und nach reduziert, wenn Ihr Hund die jeweilige Übung schon super beherrscht, so daß er sich dann auch mit der lobenden Stimme oder nur mit Körperklopfen zufriedengibt. Bekommt Ihr Hund später nur noch ab und zu ein Leckerli, wird seine Erwartungshaltung sehr gesteigert, denn es könnte ja etwas Gutes nach der Befehlsausführung herausspringen.

Kann Ihr Hund dann in fortgeschrittenem Alter alles, dürfen Sie das Lob nicht vergessen (das Tun leider sehr viele Hundehalter). Mit jedem Lob wird das Selbstbewußtsein Ihres Hundes gestärkt und er wächst zu einem selbstbewußten, freudig gehorchenden Hund heran.

4. Strafen

Mit Strafen wird sehr sparsam umgegangen, nur wenn es sein muß, dann aber konsequent. Es ist nie notwendig, daß Sie Ihren Hund schlagen. Hat er Sie als "Alpha" akzeptiert, reichen die "wölfischen" Strafen, wie z.B. "ein böser Blick" in Verbindung mit einem scharfen "Nein oder Pfui", falls dass nicht reicht, ein  "über die Schnauze fassen" aus. Dabei sagen Sie knurrend und mit deutlich tiefer Stimme "Nein" oder "Pfui". Sollte das noch immer nicht ausreichen und Sie merken ihr Hund macht ganz provokativ immer noch etwas "Unerlaubtes", obwohl er schon gelernt hat, dass genau diese Sache "Pfui" ist, müssen Sie ihn evtl. auch schon mal auf den Rücken drehen, ihm in die Augen schauen und ganz klar und bestimmt in tiefer, sehr ernster Stimme "Nein oder Pfui" sagen.  In der Natur wird der Hund auch nicht von seinen Eltern geschlagen. Übrigens: im Wolfsrudel wird ein "Raufer" niemals zum "Rudelführer".

Wurfgegenstand zur Unterstützung Ihres Verbots:

Beschäftigt sich Ihr Hund irgendwo in einiger Entfernung und kommt nicht auf Ihr Rufen, werfen Sie ihm, ohne daß er es sieht, etwas neben ihn und rufen gleichzeitig "Nein". Er wird sich erschrecken und schnellstens zu Ihnen eilen. Während er kommt rufen Sie "komm, soo ist es feiin, Ondra komm." Ist er bei Ihnen angekommen wird er kräftig für sein Kommen gelobt. (Gute Wurfgegenstände: Schlüsselbund, Leine, Kettenhalsband, usw.). Sie müssen dabei etwas geschickt vorgehen. Ihr Hund sollte den geworfenen Gegenstand nicht mit Ihnen in Verbindung bringen können. Seine Verknüpfung sollte sein: Frauchen ruft, ich komme nicht, jetzt passiert etwas "erschreckendes", nur weil Frauchen "Nein" ruft, da komme ich lieber.

Jede Strafe muß unmittelbar nach oder während der verbotenen Handlung erfolgen. Eine Strafe, die eine Zeitlang nach der unerlaubten Handlung erfolgt, kann der Hund nicht mehr mit der unerlaubten Handlung in Verbindung bringen, sondern verbindet die Bestrafung mit dem, was er gerade getan hat.

Zum Beispiel:

  • Sie erwischen Ihren Hund nicht rechtzeitig, als er hinter einem Kaninchen hergejagt ist. Nach einer Weile kommt er freudestrahlend zu Ihnen zurück. Bestrafen Sie ihn jetzt, verbindet er die Strafe mit dem Zurückkommen, nicht aber mit dem Kaninchenjagen, das ist schon viel zu lange her.
  • Sie kommen von der Arbeit nach Hause und finden einen vom Hund zerfressenen Pantoffel vor. Ihr Hund begrüßt Sie stürmisch und voller Freude, sich seiner Missetat nicht bewußt. Bestrafen Sie ihn nun, verbindet er diese mit seiner Freude, wenn Sie nach Hause kommen und meint, das wäre etwas Schlechtes.

Derartige Mißverständnisse sollten Sie tunlichst vermeiden, sonst wird das Verhältnis zwischen Ihrem Hund und Ihnen gravierend gestört.

5. Augenkontakt: "Schau her"

Es ist sehr wichtig, dem Hund beizubringen, "Augenkontakt" zu Ihnen herzustellen, denn wenn er lernt, auf das Kommando "Schau her" oder ähnliches Sie anzuschauen, kommen die dann folgenden Befehle viel besser an. Er lernt, sich auf Sie zu konzentrieren. Aber das will gelernt sein.

Üben Sie das "Augenkontakt"-herstellen nur für sich allein, ohne andere Kommandos. Nehmen Sie ein Leckerli, zeigen es ihm, führen es zu Ihren Augen und sagen freundlich "Schau her". Hat er Ihnen ca. 5 - 10 Sekunden in die Augen geblickt, loben Sie ihn kräftig und geben ihm das Leckerli. Wenn das gut funktioniert, verwenden Sie die Methode bei anderen Übungen, geben ihm dann das Leckerli aber erst, wenn er die entsprechende Übung ausgeführt hat. Will er Sie nicht anschauen, stupsen Sie mit dem Finger auf seine Nase und zeigen dann auf Ihre Augen. Wirkt das auch nicht, nehmen Sie sein Kinn in die Hand und zwingen ihn dazu (nach Möglichkeit sollte das aber ohne Anfassen funktionieren). Danach wird kräftig gelobt.

6. Verbotsworte

a) "Nein"

Das "Nein" ist ein Verbotswort und sollte mit möglichst tiefer knurrender Stimme gesprochen werden. Es wird immer benutzt,

  1. wenn Ihr Hund einen Befehl nicht korrekt ausführt,
  2. wenn er sich anschickt, etwas Unerlaubtes zu tun,
  3. wenn Sie ihn im Augenblick einer unerlaubten Handlung erwischen.

Beispiel zu 1.:

Ihr Hund soll "Sitz" machen, legt sich statt dessen aber hin. Während er sich hinlegt, sagen Sie knurrend "Nein" und ziehen ihn langsam am Halsband oder Nackenfell in die Sitzposition und sagen, wenn er schön sitzt: "Sitz, - sooo ist es feiin".

Beispiel zu 2.:

Sie merken, daß Ihr Hund daran interessiert ist, in die Büsche zu verschwinden. Vielleicht hat er schon den Kopf hineingesteckt. Sie sagen energisch "Nein", bevor er darin verschwinden kann und werfen ihm vielleicht gleichzeitig etwas neben oder hinter ihn.

Beispiel zu 3.:

Ihr Hund hat sich Ihren Hausschuh geschnappt und kaut genüßlich darauf herum. Sie gehen ruhig zu ihm, ziehen ihn am Nackenfell hoch, sagen energisch "Nein" und nehmen ihm, indem Sie die Lefzen gegen seine Zähne drücken, den Hausschuh aus dem Maul. Statt dessen geben Sie ihm mit "Nimm" etwas Erlaubtes (Kauknochen oder Spielzeug) und loben ihn.

b) "Aus"

"Aus" unterscheidet sich vom "Nein" dadurch, daß der Hund etwas hergeben soll.

Beispiel 1:

Sie spielen mit Ihrem Hund, haben dann keine Lust mehr und beenden das Spiel mit "Aus". (Das Spiel zwischen Mensch und Hund sollte übrigens immer vom Menschen beendet werden, nicht etwa, weil der Hund keine Lust mehr hat).

Beispiel 2:

Sie geben Ihrem Hund ein leckeres Schweinsohr. Ihr Hund muß es Ihnen auf "Aus" sofort hergeben, ohne zu knurren. Knurrt oder schnappt er gar, schütteln Sie ihn im Nackenfell, sagen "Nein" und nehmen es dem Hund aus dem Maul. Dann loben Sie ihn kräftig und geben ihm das Schweinsohr zurück. (Üben Sie gerade das Wegnehmen von besonderen Leckereien, loben ihn immer kräftig und geben Sie es ihm immer zurück. Er wird niemanden in Ihrer Familie anknurren, wenn man in die Nähe kommt, wenn er frißt. Das kann nämlich ganz schön gefährlich werden. Aber da kann man ja vorsorgen.

Beispiel 3:

Sie spielen mit Ihrem Hund mit einem Stöckchen. Sie werfen, er bringt es zurück und soll es sich von Ihnen auf das Kommando "Aus" aus der Schnauze nehmen lassen oder zu Boden werfen.

7. Befehlsworte:

a) "Nimm"

Sagen Sie jedesmal zu Ihrem Hund "Nimm", wenn Sie ihm ein Leckerchen geben oder wenn er zu seiner Futterschüssel darf.

Das üben Sie so:

Halten Sie ihm ein Leckerli vor die Schnauze, sagen "Nimm" und geben es ihm. Das machen Sie ein paarmal hintereinander. Leckerli zeigen, "Nimm" sagen, sofort geben. Nun probieren Sie, ob Ihr Hund sich das Leckerli auch ohne das "Nimm" einfach aus Ihren Fingern schnappen will und das wird er sicherlich versuchen. Dann gegen Sie ihm mit einem sehr energischen "Nein" einen Klaps auf die Nase und halten Sie es ihm wieder vor. Versucht er es wieder, wieder Klaps mit "Nein". Das machen Sie solange, bis er es nicht mehr einfach so schnappen will. Dann sagen sie freundlich "Nimm" und geben es ihm sofort. Das "Nimm" im Zusammenhang mit dem "Nein" sollten Sie nicht zu oft üben, damit ihm das Leckerli nicht vermiest wird. Probieren Sie lediglich ab und zu mal aus, ob er es sich auch ohne das "Nimm" schnappen will.

Das ist die beste Möglichkeit, dem Hund beizubringen, daß er drinnen wie draußen nicht alles fressen darf, was ihm unter die Nase kommt. Wie oft hat man schon von vergifteten Bröckchen gehört, die ein Hundehasser irgendwo auslegt. Nimmt Ihr Hund drinnen oder draußen trotzdem etwas Freßbares auf, öffnen Sie ihm die Schnauze und entfernen es mit "Nein" (wenn er es nicht schon schnellstens geschluckt hat. Meine Ondra ist Meister auf diesem Gebiet). Besser ist, Sie sehen vorher, wenn auf dem Weg etwas liegt, daß Ihren Hund interessieren könnte. Zeigt er Interesse, warnen Sie ihn mit einem energischen "Nein" vor. Das Ganze kann aber nur funktionieren, wenn der Hund nicht von allen möglichen Personen Leckerchen zugesteckt bekommt, ohne das Kommando "Nimm". Also sagen Sie den Leuten freundlich, daß Sie es nicht wünschen, daß sie ihren Hund füttern.

Noch etwas zu den Leckerlis:

Geben Sie Ihrem Hund niemals einfach so ein Leckerli, ohne daß er sich dieses erarbeitet hat. Also geben Sie ihm immer erst ein Kommando, z.B. "Sitz", dann gibt es das Leckerli. Der Hund soll verknüpfen: Nur wenn ich gehorche, bekomme ich was Feines. Ich lasse meine Hunde grundsätzlich "Sitz" machen, bevor ich Ihnen mit "Nimm" ein Bröckchen gebe.

b) "Sitz"

Mit dem "Sitz" können Sie bereits beginnen, sobald der Welpe bei Ihnen zu Hause ist. Wenn Sie sehen, daß er sich sowieso gerade hinsetzen will, sagen Sie gleichzeitig "Sitz" und loben ihn. Machen Sie das so oft wie möglich, damit er versteht was "Sitz" bedeutet. Bei den nachfolgenden Übungen sieht das so aus: Sie zeigen Ihrem Hund ein Leckerli und halten es über seinen Kopf und sagen "Sitz". Hat er schon begriffen, was Sie von ihm wollen, setzt er sich hin. Setzt er sich nicht durch Überkopfhalten des Leckerlis, drücken Sie sein Hinterteil sachte herunter, sagen in der Bewegung "Sitz". Sitzt er nun fein, loben Sie ihn in höchsten Tönen und danach gibt es das ersehnte Leckerli.

Das Ganze ist dann ein "Lernen am Erfolg" (Appetenzverhalten) und funktioniert so:

Sie zeigen ihm das Leckerli und sagen "Sitz", er will das Leckerli natürlich unbedingt haben (= Freßtrieb).

Er hat begriffen, daß er sich hinsetzen muß, um das Leckerli zu bekommen und gleichzeitig gelobt zu werden (=Trieb befriedigt).

Nach und nach verbindet er das "Sitz" mit dem Lob und Leckerli. Das Ganze muß sehr oft wiederholt werden, damit sich diese Verknüpfung beim Hund richtig einprägt. Erst wenn alles super klappt, versuchen Sie es nur mit dem "Sitz", ohne dem Hund vorher das Leckerli gezeigt zu haben. Setzt er sich trotzdem fein hin, loben Sie ihn und geben ihm ein Leckerli aus Ihrer Hosentasche. Nach und nach kann das Leckerli reduziert werden. Aber erst, wenn er das Kommando "Sitz" gut kann. Dann geben Sie ihm nur noch etwa jedes 2. Mal einen Happen und nach einer Weile noch seltener, aber ab und zu sollte etwas für ihn abfallen. Dadurch ist der Hund sofort in freudiger Erwartung, wenn Sie ihm einen Befehl, in diesem Fall "Sitz", geben in der Erwartung, es könnte ja was Gutes dabei herausspringen. Gerade dadurch, daß es (erst wenn alles schon super klappt) nur noch ab und zu ein Leckerli gibt, wird seine Erwartungshaltung sehr gesteigert und somit seine Aufmerksamkeit. Diese Methode wird bei den nachfolgend beschriebenen Übungen angewandt. Als erstes müssen Sie ganz sicher sein, daß der Hund begriffen hat, was er auf Ihren Befehl hin zu tun hat. Dann wird weitergeübt, mit viel Lob und Leckerli, solange, bis die Übung perfekt sitzt. Dann wird das Leckerli langsam reduziert, nicht aber das Lob.

c) "Platz"

Am besten lernt man das "Platz" aus dem "Sitz" heraus. Kann der Hund schon gut "Sitz" machen, bringt man ihn in die Sitzposition, zeigt ihm ein Leckerli und zieht seine Vorderbeine nach vorne und sagt in der Bewegung "Platz". Liegt er schön auf dem Boden, wird er schön gelobt und bekommt sein Leckerli. Will er sofort wieder aufstehen oder liegt nicht richtig, drücken Sie ihn zwischen den Schulterblättern runter. Wenn er das "Platz" aus dem "Sitz" schon gut kann, muß er sich auch ohne vorheriges Hinsetzen sofort hinlegen. Vielleicht macht er es ohne daß Sie nachhelfen. Wenn nicht, gehen Sie mit ihm ein Stück an der Leine bei "Fuß". Sie haben die Leine locker in der rechten Hand und lassen Sie etwa bis zum Boden durchhängen. Jetzt stellen Sie Ihren linken Fuß auf die Leine, ziehen mit der rechten Hand an der Leine, so daß Ihr Hund zu Boden gezogen wird. Dabei sagen Sie "Platz". Meist ist diese Methode aber gar nicht nötig.

Eine gute Methode ist es zusätzlich zu den Befehlen "Handzeichen" zu benutzen. Zum Beispiel für das "Sitz" Zeigefinger nach oben, für das "Platz" Zeigefinger nach unten.

d) "Bleib"

Beim "Bleib" soll der Hund in der Position bleiben, in der Sie ihn mittels eines Befehls gebracht haben und warten, bis ein anderer Befehl folgt oder er mit "Lauf" aus der Übung entlassen wird. (Handzeichen: Handfläche entgegenstrecken). Man nimmt den Hund an die Leine, läßt ihn "Sitz" machen, sagt "Bleib" und entfernt sich an der Leine ca. 1 m vom Hund, bleibt in Entfernung stehen, geht um ihn herum, bleibt einen Moment rechts neben dem Hund stehen und wartet ca. 3 Sekunden. Dann wird er kräftig gelobt und es gibt ein Leckerli.

Sollte der Hund unerlaubt aufstehen oder sich hinlegen, geht man unverzüglich und ruhig zu ihm, sagt knurrend "Nein" und bringt ihn wieder in die Sitzposition (und sagt nochmals "Bleib", bis er begriffen hat, was er zu tun hat). Dann entfernt man sich wieder. Jede Übung wird erst beendet, wenn sie erfolgreich abgeschlossen wurde.

Gleiches gilt für das "Platz - bleib". Nach und nach nimmt man für diese Übungen eine längere Leine und wenn alles ganz zuverlässig klappt, gar keine mehr. Werden Sie niemals ungeduldig oder laut beim Üben. Das kann das Vertrauensverhältnis zerstören und Sie um Wochen zurückwerfen.

e ) "Fuß"

Nehmen Sie Ihren Hund an eine ca. 1 m lange Leine. Der Hund sitzt neben Ihnen auf der linken Seite in der sogenannten "Grundposition". Nun zeigen Sie ihm ein Leckerli, sagen "Fuß" und rucken einmal kurz an der Leine und gehen los. Befindet sich der Hund schön neben Ihnen, etwa in Kniehöhe, zeigen Sie ihm durch Ihr Lob, daß er es so richtig macht: "Feiiner Hund, feiin Fuuuß, soooo ist braaav", zeigen ihm währenddessen das Leckerli in ihrer rechten Hand, so wird er schön zu Ihnen aufblicken. Prescht er dennoch nach vorn, rucken Sie ihn kräftig (wirklich kräftig) und wortlos zurück. Ist er wieder in der richtigen Position angekommen, loben Sie ihn wiederum kräftig, wie oben beschrieben. Ab und zu bleiben Sie stehen. Dann sollte sich der Hund unverzüglich hinsetzen. Am Anfang geben Sie ihm noch das Kommando "Sitz", sobald er "Sitz" macht, bekommt er das ja schon so lange ersehnte Leckerli und viel Lob. Dann gehen Sie wieder mit "Fuß" an, mit einem weiteren Leckerli in der rechten Hand. Nach und nach bleibt der Hund schön an Ihrer Seite, wartet nur darauf, daß Sie stehenbleiben, damit er sich hinsetzen kann und Lob und Leckerli einheimsen kann. (Auch hier gilt: erst wenn der Hund das Ganze perfekt macht, das Leckerli langsam reduzieren, sonst bringt ihn das Ganze durcheinander). Im Endeffekt soll das so aussehen, daß der Hund in freudiger Erwartung, zu Ihnen aufblickend, neben Ihnen herläuft und sich ohne Kommando hinsetzt, sobald Sie stehenbleiben. Wenn das gut klappt, wird das "Platz" und "Steh" in die Übung mit eingebaut, wie auch "Sitz - bleib", "Platz - bleib" und "Steh - bleib".

f) "Steh"

Das "Steh" übt man im Verbindung mit dem "Fuß". Man beginnt damit aber erst, wenn das "Fuß" im Zusammenhang mit Stehenbleiben und gleichzeitigen Hinsetzen schon gut klappt. Also Sie gehen mit dem Hund los mit "Fuß". Bevor sie stehenbleiben (sonst setzt er sich ja hin) sagen Sie "Steeeh" und bleiben dann stehen. Da er wahrscheinlich versuchen wird, sich hinzusetzen, verhindern Sie dies, indem Sie ihn unter die Brust oder Bauch fassen und sagen: "Steeh, soo ist feiiin, feiiin Steeeh". Üben Sie das oft abwechselnd mit dem "Sitz", damit er den Unterschied begreift.

g) "Hier"

Wenn Sie "Hier" rufen, soll der Hund unverzüglich zu Ihnen kommen und sich vor Ihnen hinsetzen. Das kann man sehr schön aus dem "Platz - bleib" üben. Sie lassen den Hund "Platz - bleib" machen, zeigen ihm ein Leckerli und entfernen sich einige Meter (an der Leine), nach und nach wird die Entfernung immer größer und die Leine ganz weggelassen. Jetzt rufen Sie Ondra "Hiiier". Der Hund wird auf Sie zugestürmt kommen, da er endlich aus der "Platz - bleib" Position erlöst wird. Kommt er nun auf Sie zu, muß er erst schön "Sitz" machen, erst dann gibt es das Leckerli. Er muß merken, es gibt erst Lob und Leckerli, wenn ich mich schön vorsetze. Sie werden sehen, das klappt sehr schnell. Die weitere Abfolge der Übung ist, den Hund wieder bei "Fuß" zu bringen. Wenn er das mit dem Vorsitzen schon schön kann, gibt es das Leckerli jetzt noch nicht, sondern Sie nehmen das Leckerli in die rechte Hand und führen es hinter Ihrem Rücken in die linke Hand. Während der Hund dem Leckerchen folgt, sagen Sie "Fuß". Wenn er dann links neben Ihnen ist in der "Grundposition", soll er wiederum "Sitz" machen. Erst jetzt gibt es das Leckerchen und viel Lob. Jetzt geht es entweder weiter mit "Fuß" oder, wenn Sie die Übung beenden wollen, entlassen Sie ihn mit "Lauf".

h) "Komm"

Das "Komm" unterscheidet sich vom "Hier" dadurch, daß der Hund lediglich zu Ihnen kommen soll, ohne Vorsitzen zu müssen. Das übt man von klein auf am besten an einer 8 - 10 m Leine. Wenn der Hund irgendwo zu lange rumschnüffelt oder sonstwie abgelenkt ist, rufen Sie "Komm" und rucken an der Leine. Schon während er kommt, loben Sie kräftig mit: "Donna komm, ja sooo ist feiiin, komm." Will der Hund zwischendurch wieder abdrehen, weil er was anderes interessantes gesehen hat, knurren Sie schnell "Nein" und rufen wieder freundlich "Komm", kommt er, loben und Leckerli.

Die lange Leine wird erst weggelassen, wenn er zuverlässig bei jeder Ablenkung kommt, erst dann probieren Sie es ohne. Denn gerade draußen ist es besonders wichtig, daß der Hund kommt, wenn man ihn ruft. Ist er fein gekommen, lobt man ihn und entläßt ihn wieder mit "Lauf". Sehr schön können Sie das "Komm" schon vom ersten Tag an üben, wenn Sie Ihrem Welpen das Futter geben wollen. Bereiten Sie schön geräuschvoll das Futter, er wird sehr schnell wissen, was im Gange ist und sofort zu Ihnen hin eilen. Nutzen Sie das und rufen Sie ihn mit "Komm". So begreift er das Wort sehr schnell.

  1. Triebe und Instinkte

 

1. Erläuterung

Triebe und Instinkte sind dem Hund angeboren und bei den einzelnen Rassen (auch innerhalb derselben Rasse) mehr oder weniger stark ausgeprägt. Der Trieb folgt aus dem Instinkt heraus und drängt nach Triebbefriedigung. Das ist ein angeborenes Verhaltensmuster.

Beispiel:

Dem Welpen ist der Instinkt angeboren, seiner Mutter (später Bezugsperson) zu folgen, da er ohne sie zum Tode verurteilt ist. Entfernt sich also die Mutter, wird durch seinen Instinkt der Trieb entfacht, ihr folgen zu müssen, läuft also hinter ihr her. Hat er sie wieder erreicht, ist sein Trieb befriedigt.

Unerwünschte Triebe (z.B. Jagdtrieb = u.a. Stöber- und Hetztrieb) können zwar unterdrückt werden, nie aber völlig aberzogen, denn sie sind ja im angeborenen Verhaltensinventar. Man muß versuchen, den unerwünschten Trieb in eine andere Richtung zu lenken und so z.B. den Stöber- und Hetztrieb über den Spieltrieb abreagieren lassen. Ball- oder Stöckchenwerfen, Fangspiele (Sie laufen weg, der Hund hinterher), verstecken und anschließendes Suchen von Leckerchen oder Spielzeug, Sackzerren. (Sehr gut ist auch Fährtenarbeit).

Bei ständiger Triebunterdrückung entsteht beim Hund ein Triebstau, den der Hund dann auf andere Weise abbauen muß. Nicht selten äußert sich dieses dann in übermäßig aggressivem Verhalten und / oder Zerstörungswut an Gegenständen oder sich selbst (Ersatzhandlungen).

Beispiel:

Ein Hund wird Tag und Nacht im Zwinger oder an der Kette gehalten und wird vielleicht höchstens ½ Stunde täglich spazierengeführt, wenn überhaupt. Folge: Der arme Hund kann weder seinen Spieltrieb, Bewegungstrieb, Jagdtrieb noch seinen Meutetrieb befriedigen. Er wird ja zu allem Übel auch noch in Einzelhaft gehalten, obwohl er ein Rudeltier ist (Meutetrieb). Bei diesem Hund entsteht über kurz oder lang zwangsläufig ein großer Triebstau, den er abzureagieren versucht, indem er sich übermäßig aggressiv gebärdet, wenn sich auch nur andeutungsweise jemand dem Grundstück nähert und / oder indem er sich oder seine Zwingereinrichtung zerstört. Diese Hunde werden bei solcher Haltung meist sehr gefährlich und unberechenbar.

2. Folgetrieb

Wie eben schon erwähnt, folgt der Welpe seiner Mutter automatisch, um sie nicht zu verlieren. Dasselbe Verhalten zeigt der Welpe nun, wenn er zu seinem neuen Besitzer kommt. Dieser übernimmt für ihn die Mutter / Vaterrolle, also wird er diesem auch automatisch folgen, um ihn nicht zu verlieren. Das Verhalten ist in fremder Umgebung besonders stark zu erkennen.

Mit zunehmendem Alter wird unser Kleiner aber immer selbstbewußter, neugieriger und selbständiger und nimmt es mit dem Folgen nicht mehr so genau. Er sieht zwar immer wieder zu, daß er Herrchen oder Frauchen wiederfindet, macht sich aber langsam auch mal selbständig auf Entdeckungstour und kommt nur noch ab und zu mal zu Ihnen, um zu gucken, ob Sie noch da sind. Dem sollten Sie entgegenwirken und den Folgetrieb so weit ausbauen, daß der Welpe lernt, Sie im Auge zu behalten.

Beispiel:

Gehen Sie mit Ihrem Welpen nicht angeleint im Wald spazieren, warten Sie, bis er sich mit irgend etwas beschäftigt und Sie gar nicht mehr beachtet. Dann verstecken Sie sich schnell hinter einem Baum oder Gebüsch und verhalten sich völlig ruhig. Merkt der Welpe nun, daß Sie weg sind, wird er Sie panisch suchen. Hat er Sie nun nach langem hin und her endlich gefunden, freut er sich tierisch und Sie freuen sich dann auch von ganzem Herzen und loben ihn kräftig. Ist er völlig in Panik und kann Sie gar nicht finden (lassen Sie ihn ruhig einige Zeit suchen) rufen Sie ihn leise. Das Verstecken wiederholen Sie sehr oft. So lernt er, Sie ständig im Auge zu behalten und sich nicht aus Ihrem Blickfeld zu entfernen.

Eine gute Methode sind häufige für den Hund unvermutete Richtungswechsel. Wenn er Sie mal wieder nicht beachtet, gehen Sie einfach in die entgegengesetzte Richtung, als wollten Sie ihm weglaufen. Er wird Ihnen stürmisch folgen, um Sie nicht zu verlieren.

  1. 3. Spiel- und Bewegungstrieb

Der Dalmatiner gehört zu den Laufhunden. Ein täglicher Spaziergang von mindestens 2 Stunden ist als absolutes Muß anzusehen, und zwar zum größten Teil dort, wo er sich auch richtig ohne Leine austoben, spielen und rennen kann. Ihr Dalmatiner hat ein ungeheures Bewegungsbedürfnis. Kann er das nicht ausleben, so äußert sich das nicht selten in Aggression, Zerstörungswut oder anderen Verhaltensstörungen. Viele Leute meinen, sie hätten ja einen großen Garten. Das ist zwar sehr schön und auch sehr praktisch, wenn man mal nicht so viel Zeit hat. Grundsätzlich braucht er aber seinen täglichen Spaziergang außerhalb des Gartens, um neue Gerüche, Eindrücke und Spielgefährten zu finden.

Wenn Sie sich also für diese sehr lauffreudige Rasse entschieden haben, sollte Ihnen ein täglicher 2 – 3 stündlicher Spaziergang (bei jedem Wetter) nichts ausmachen. Ich gehe mittags 1 1/2 Stunden und abends nochmals 1 bis 1 1/2 Stunden. Wenn Ihr Dalmatiner über 12 Monate alt ist (nicht vorher!!), können Sie mit ihm am Fahrrad fahren oder Reiten oder Joggen. Das macht ihm sehr viel Spaß und kostet viel Energie. Fangen Sie aber keinesfalls zu früh damit an. Denn vor dem 12. Monat sind die Knochen noch nicht richtig gefestigt und die andauernde gleichmäßige Belastung könnte zu groß sein. Denn beim Radfahren, Reiten oder Joggen kann der Hund nicht einfach aufhören, wenn er nicht mehr kann. Er läuft trotzdem einfach weiter. Das wird schwere Knochenschäden zur Folge haben.

Nehmen Sie auf Ihren Spaziergang irgendein Spielzeug mit, das Ihr Welpe besonders mag und spielen Sie viel mit ihm. In die Spiele können Sie immer mal wieder eine Gehorsamkeitsübung einfließen lassen (z.B. "Sitz" machen, bevor Sie den Ball / Stöckchen wieder werfen).

Das Spielen mit Artgenossen:

Nichts ist schöner und wichtiger für Ihren Welpen, als mit Artgenossen zu spielen. Vielleicht überlassen Sie es nicht dem Zufall, ob Sie andere Hunde auf dem Spaziergang treffen, sondern verabreden sich mit anderen Hundeleuten. Haben Sie keine Angst, wenn es mal etwas rabiater zugeht. Der Kleine wird öfter mal recht heftig von den Großen zurechtgestutzt und in seine Schranken verwiesen. Sie sollten sich da nicht einmischen. Auch das muß er lernen, damit er weiß, wie weit er gehen kann. Besonders schön wäre es, wenn Sie einen etwa gleichaltrigen Welpen zum Spielen finden könnten. Denn in der Natur wäre der Welpe ja eigentlich noch bei seinen Geschwistern und würde mit diesen seine Rangkämpfe durchspielen. Vielleicht inserieren Sie mal in der Zeitung und / oder machen selbst eine "Welpenspielgruppe". Das ist nämlich eine echt tolle Sache, wenn man den Platz dafür hat. Auch die Menschen können ihre Erfahrungen austauschen und es macht viel Spaß, den Kleinen zuzuschauen, wenn sie mit ständigen Rangeleien ihre Rangpositionen ausfechten.

Spielt der Welpe mit erwachsenen Hunden, geht es wie gesagt oft recht rabiat zu. Sie brauchen aber wirklich keine Angst zu haben. Ihr Welpe hat bereits im Rudel seiner Wurfgeschwister gelernt sich unterzuordnen. Diese Eigenschaft wird ihm beim Treffen und Spielen mit anderen, älteren Hunden zugute kommen. Denn die älteren Hunde verlangen von dem jüngeren Hund (Ihr Welpe) Unterwürfigkeit. Zeigt Ihr Dalmatiner das gewünschte Verhalten, so wird der ältere Hund dies akzeptieren, weil Ihr Hund die Rangordnung (in diesem Rudel) anerkannt hat. Irrtümlicherweise wird im Volksmund immer vom Welpenschutz berichtet. Diesen gibt es tatsächlich nicht!! Es ist immer nur das Einhalten und Anerkennen der Rangreihenfolge von jedem Hund in einem Rudel (das sich zum Beispiel zum Spielen trifft und jederzeit aus anderen Hunden bestehen kann). Da die meisten Welpen eine gute Sozialisierungsphase hatten, wird es in den wenigsten Fällen Probleme geben. Es wird allenfalls mal geknurrt, gestupst, im Nackenfell geschüttelt oder über die Schnauze gefaßt. Das alles sind Erziehungsmaßnahmen der älteren Hunde, die ihre Rangstufe durchsetzen müssen. Der Welpe muß lernen, sich diesen zu unterwerfen. Also greifen Sie bitte nicht ein, auch wenn es für Sie mal gefährlich aussieht. Natürlich müssen Sie sicher sein, daß Sie es nicht mit einem verhaltensgestörten Hund zu tun haben, der auf alles losgeht, was sich bewegt und dem die Rangreihenfolge überhaupt nicht wichtig ist. Solch ein Raufer wird nie der "Boß" von einem Rudel. Aber das hatte ich Ihnen ja schon am Anfang berichtet.

  1.  

4. Jagdtrieb

Angeblich ist der Jagdtrieb beim Dalmatiner so gut wie herausgezüchtet, es muß aber nicht so sein! Ich kenne Dalmatiner, bei denen ein Kaninchen oder Reh vor der Nase herlaufen kann und es interessiert sie nicht. Der Dalmatiner zeigt vor allem Stöber- und Vorsteheigenschaften, weniger aber Apportierfreude.

Bemerken Sie, daß auch Ihr Dalmatiner sein Jagdhunderbe nicht verleugnen kann und anfängt, Interesse für Kaninchen und ähnliches zu zeigen, versuchen Sie ihn schnellstens (Entdecken Sie das Wild eher wie Ihr Hund!!!) daran zu hindern und spielen mit ihm statt dessen ausgiebig.

  1. Beispiel:

Bemerken Sie nun, daß Ihr Dalmatiner hinter irgendetwas herjagen will und Sie haben ihn an der langen Leine, ist die Sache ganz einfach. Sie lassen ihn einfach voll in die Leine laufen, rucken dabei noch mit allen Kräften und sagen gleichzeitig "Nein". Ist er aber nicht angeleint, ist das Ganze viel schwieriger, ich kann selbst ein Lied davon singen. Jagt Ihr Hund nun hinter dem Wild her, dann rufen Sie ausnahmsweise mal laut "Nein" und poltern sofort hinter ihm her. Wenn Sie Glück haben, erschrickt er sich so über Ihre ungewohnt laute Verhaltensweise, daß er prompt stehenbleibt. Nun eilen Sie zu ihm, schütteln ihn kräftig im Nackenfell (nicht an den Ohren!!) und schimpfen kräftig mit "Nein, pfui". Er darf ruhig etwas quieken, das macht gar nichts. Ziehen Sie ihn am Nackenfell wieder auf den Weg, wo er hingehört. Dann nehmen Sie ein Stöckchen oder einen Ball oder ähnliches und spielen mit ihm.

Es kommt ganz auf das Temperament Ihres Hundes an, wie hart Sie in diesem Fall mit ihm umgehen müssen. Bei dem einen reicht schon ein bißchen Schimpfen, beim anderen muß man schon etwas härter sein. Das müssen Sie selbst herausfinden. Nun mal gesetzt den Fall, Sie waren nicht schnell genug als der Hund weglief oder er ist trotz Ihres Hinterherpolterns und "Nein" nicht stehengeblieben, bleiben Sie an Ort und Stelle und verstecken Sie sich irgendwo, bis er wiederkommt. Der Hund wird immer an die gleiche Stelle zurückkommen. Wenn er dann kommt und Sie nicht sieht, wird er erst mal erschrecken und Sie suchen. Hat er Sie gefunden, loben Sie ihn kräftig. Bestrafen Sie den Hund keinesfalls, wenn er von seinem Ausflug zurückkommt. Er kann das Weglaufen nicht mit der Strafe verbinden, sondern wird "das wieder zu Ihnen kommen" mit der Strafe verbinden. Bestraft man ihn jetzt, erzieht man sich am schnellsten einen handscheuen Hund. Leider machen sehr viele Hundehalter diesen Fehler, weil Sie meinen, der Hund "wüßte" schon genau, weshalb er bestraft wird. Aber woher soll er das wissen. Alles was er getan hat, war für ihn natürlich. Der Hund kann - wie schon erwähnt – aber nur das unmittelbar vorher passierte mit Ihrer Reaktion (egal ob Lob oder Strafe) verknüpfen. Also kommt der Hund zurück, loben Sie ihn kräftig, auch wenn Sie eigentlich wütend sind, weil er weggelaufen ist. Beim nächsten Mal erwischen Sie ihn vielleicht rechtzeitig, wenn er gerade weglaufen will. Hier müssen Sie eben Geduld haben.

  1.  

UNSER WELPE KOMMT INS HAUS

 

1. Schlafplatz

Der gewählte Schlafplatz für den kleinen Welpen muß warm und zugfrei sein. Die Raumtemperatur sollte ca. 20 Grad betragen. Wenn Sie nun für den Welpen schon ein Erwachsenen - Körbchen gekauft haben und dieses irgendwo in ein Zimmer auf den Boden stellen, sollten Sie im Körbchen die Temperatur messen. Sie werden mit Sicherheit feststellen, daß es dort unten am Boden viel kälter ist. Bedenken Sie, daß der Welpe vorher eng zusammengekuschelt mit seinen Geschwistern und evtl. noch der Mutter gelegen hat und nun soll er ganz allein in einem großen Korb schlafen, den er niemals mit seiner eigenen Körpertemperatur aufheizen kann. Verkühlt sich der Welpe, kann er sehr schnell Durchfall bekommen und er fühlt sich sehr unwohl. Deshalb sollten Sie anfangs lieber eine kleine Kiste oder einen Karton auf ein kleines Gestell (aus Latten selbst schnell zusammengebastelt) stellen, so daß die warme Luft auch unter dem Karton zirkulieren kann. Sie legen eine Decke oder ein weiches Kissen mit in den Karton und decken ihn oben etwa zur Hälfte mit einem Handtuch oder Decke zu. Diesen kleinen Raum kann der Welpe mit seiner eigenen Körpertemperatur aufheizen und sie merken nachts auch schnell - falls die Kiste neben Ihrem Bett steht - wenn er unruhig wird und mal raus muß um Pipi zu machen. Dann aber schnell auf den Arm nehmen und ab in den Garten, sonst landet der Segen neben der Kiste. Die Kiste sollte so hoch sein, daß der Welpe nicht von allein raus kann.

2. Stubenreinheit

Grundsätzlich ist dazu zu sagen, daß der Welpe ca. alle 2 Stunden mal muß. Auf jeden Fall muß er nach jedem Schläfchen, nach dem Spielen oder Fressen. Wenn man darauf achtet, bemerkt man, daß der Welpe anfängt herumzuschnüffeln, als suche er den geeigneten Platz um sein Geschäft zu verrichten. Dann sollten Sie ihn sofort hochheben und nach draußen an die Stelle setzen, wo er sich lösen soll. Hat er das schön gemacht, wird er tüchtig gelobt. Achten Sie darauf, daß der Welpe wirklich "gemacht" hat und lassen Sie ihm ein wenig Zeit, sonst landet der "Segen" in Ihrer Wohnung.

Unsere Welpen sind immer schon nach ca. 2 Tagen zielstrebig zur Haustür gelaufen, wenn sie mußten. Dann hieß es äußerst schnell reagieren, ihn eiligst hochheben und raus mit ihm. Ist man zu langsam, was anfangs öfter sicher passiert, ist der See auf dem Boden. Sie müssen den Kleinen ständig im Auge behalten, damit Sie merken können, wann er muß. Sie werden dann schnell ein Gespür dafür bekommen.

Passiert das "Unglück" nun doch in der Wohnung, schimpfen Sie keinesfalls mit ihm, sagen Sie lediglich energisch "Nein" (wenn Sie ihn dabei erwischen) und setzen ihn nach draußen, obwohl er schon gemacht hat. Hat er irgendwo eine Pfütze hinterlassen, ohne daß Sie es gemerkt haben, zeigen Sie gar keine Reaktion. Das Pfützchen sollte auf jeden Fall in Abwesenheit des Welpen weggeputzt werden und gut desinfiziert werden, damit der Geruch den Welpen nicht animiert, wieder an diese Stelle zu machen. Wenn er nämlich sieht, daß Sie sein Geschäft wegputzen, meint er, er hätte es richtig gemacht. Denn als er noch sehr klein war, hat die Mutterhündin auch immer vor den Augen ihrer Welpen Pipi und Kot weggeleckt. Das heißt instinktiv für den Welpen, daß er es gut gemacht hat. Setzen Sie den Welpen immer an die gleiche Stelle nach draußen, dann riecht er seinen Kot oder Urin und weiß, was er zu tun hat. Außerdem animiert ihn der Geruch, sein Geschäft zu verrichten.

Die Nächte sollte der Welpe in seinem Körbchen neben Ihrem Bett verbringen. So merken Sie am schnellsten, wenhwenn er unruhig wird und raus muß. Außerdem ist es für ihn sehr beruhigend, Ihre Nähe zu spüren und nicht in irgendeinem Raum in Einzelhaft zu verharren. Bedenken Sie, daß er vorher mit seinen Wurfgeschwistern und der Mutter zusammen war und das Alleinsein nicht kennt. Das Alleinsein wirkt auf ihn sehr beängstigend.

Wenn Sie immer gut aufpassen und sich so verhalten wie beschrieben, ist der Welpe in ca. 2 Wochen (oder eher) stubenrein. Ist man unaufmerksam, macht die Pfützchen oder Haufen nicht gründlich genug weg oder schimpft man gar mit ihm, wenn mal ein "Unglück" passiert, kann die eigentlich so einfache Sache mit der Stubenreinheit zu einem echten Problem werden.

3. Alleinbleiben

Wie wir ja wissen, stammt der Hund vom Wolf ab und ist genau wie dieser ein Rudeltier, das eigentlich niemals allein ist. Aus diesem Grunde ist es für unseren Hund absolut unnatürlich, alleine gelassen zu werden. Er möchte am liebsten immer mitten in seinem (Menschen-) Rudel sein.

Da sich aber immer wieder Situationen ergeben, wo der Hund allein gelassen werden muß, muß man ihn langsam daran gewöhnen.

Beginnen Sie damit nach etwa 2 Wochen Eingewöhnungszeit, so daß sich Ihr Welpe schon so richtig zu Hause fühlt: Nehmen Sie entweder einen Kauknochen, ein Spielzeug oder einen alten Lappen und legen Sie diesen am Tag zuvor in Ihre Schmutzwäsche, damit der entsprechende Gegenstand so richtig den Geruch von Ihnen annimmt. Dann sperren Sie Ihren Welpen in einen welpensicheren, recht kleinen Raum und geben ihm den Gegenstand aus der Schmutzwäsche. Der vertraute Geruch beruhigt ihn und es ist nicht ganz so beängstigend. Am besten Sie geben ihm noch einen Büffelhautknochen oder ähnliches mit hinein, damit er was zu tun hat. Anfangs lassen Sie ihn nur ca. 5 Minuten allein. Ist er schon ruhig geblieben und hat nicht gejault, gehen Sie nach dieser Zeit zu ihm, loben ihn über alle Maßen und spielen mit ihm.

Gehen Sie keinesfalls zu Ihrem Hund, wenn er anfängt zu Heulen!!!, denn dann verknüpft er schnellstens: "Ich brauche nur zu jaulen, dann kommt Frauchen sofort und holt mich hier raus" und schon haben Sie sich einen "Jauler" erzogen, den Sie nie allein lassen können ohne Ärger mit Ihren Nachbarn zu bekommen.

Also: Erst hingehen, wenn er eine Zeit schön ruhig war!!! Die Zeitspanne wird dann Tag für Tag etwas verlängert. Nach und nach ist der Welpe nicht mehr ängstlich, weil er mittlerweile weiß: "Sie kommen auf jeden Fall, holen ihn aus seiner Einsamkeit, loben ihn kräftig und dann wird schön gespielt."

Anfangs kommt Ihr Welpe in einen kleinen Raum, in dem er nichts zerbeißen kann. Der Raum sollte nicht zu groß sein, weil das wiederum beängstigend auf ihn wirkt. Sehr gut für diese Zwecke ist ein Laufstall oder ein selbstgebauter "Zimmerkäfig" von ca. 1,5 m x 1,5 m Größe. Das mag sich schrecklich anhören, Ihr Welpe fühlt sich aber in einem kleineren Raum sehr viel sicherer und wohler und hat weniger Angst. Unsere Hunde haben sich recht wohl darin gefühlt. Außerdem würde der Welpe sein kleines Reich niemals mit Urin oder Kot beschmutzen, es sei denn, Sie lassen ihn übermäßig lange allein, so daß er "gar nicht anders kann".

Wenn der Welpe nun nach und nach mehrere Stunden problemlos in seinem kleinen Reich allein bleibt und sie haben das Gefühl, daß er sich ganz wohl fühlt, versuchen Sie, einen Raum mehr für ihn zu öffnen. Hat er nichts zerstört, wenn Sie nach Hause kommen (wenn ja, wird wieder verkleinert), lassen Sie das ca. 1 Monat so, dann öffnen Sie wieder einen Raum mehr und lassen ruhig absichtlich mal etwas herumliegen (Pantoffel, Stofftier) um zu sehen, ob er diese Sachen zerreißt. Ihr Welpe muß während dieser Zeit etwas zu tun haben. Er braucht immer sein Spielzeug und unbedingt einen Kauknochen oder ähnliches. Denn das Kauen ist für den Welpen wie eine Sucht (ähnlich wie bei Babys, die auf allen möglichen Dingen herumbeißen). Haben Sie seine Kausucht schon vorher in Ihrer Anwesenheit auf seine Dinge gelenkt, wird er diese auch weiterhin benutzen (vielleicht von einigen Ausnahmen abgesehen, daß kann man nie wissen). Grundsätzlich sollte der Hund möglichst nicht länger als 6 Stunden allein bleiben müssen, denn das ist nicht gut für seinen Gemütszustand und auch nicht für die Blase. Allerdings könnte sich dann niemand, der ganztags tätig ist, einen Hund halten. Ich denke, wenn man grundsätzlich nicht länger als 7 oder 8 Stunden arbeiten muß und nicht ständig Überstunden dazukommen, kann der Hund durchaus lernen, sich darauf einzustellen (nur optimal ist das nicht). Muß der Hund ständig über so lange Zeit allein bleiben, wäre zu überlegen, einen zweiten dazuzuholen. Zu Zweit kann die Einsamkeit viel besser ertragen werden.

Ich bin übrigens ein absoluter Gegner der Zwingerhaltung!!!

Höchstens für die Zeit, wenn Sie bei der Arbeit sind oder mal wegmüssen. Danach aber muß der Hund sofort wieder in die Familie integriert werden. Denn er ist ja ein Rudeltier. Ständige Einzelhaltung ist Tierquälerei! Wenn ich sehe, daß jemand seinen Hund in den Zwinger sperrt, wenn er weggeht, heißt daß für mich, daß sein Halter nicht in der Lage war, seinen Hund so zu erziehen, daß er ihn problemlos in der Wohnung allein lassen kann. Das ist doch wirklich traurig, oder??? Außerdem, wie soll der Hund mein Haus oder meine Wohnung bewachen, wenn er im Zwinger sitzt und lediglich bellen kann, wenn ich nicht zu Hause bin? Ein Hund im Zwinger wird die wenigsten Einbrecher abschrecken. Der Dalmatiner ist übrigens sehr wachsam. Kann er nach einiger Zeit problemlos im ganzen Haus oder Wohnung allein gelassen werden wird er Haus und Wohnung auch beschützen.

4. Welche Plätze für den Hund?

Bestimmen Sie schon, bevor Sie sich den Welpen ins Haus holen, wo in dem jeweiligen Raum der Platz sein soll, auf den Sie ihn schicken können und wo er dann auch bleiben soll, wenn Sie es möchten. Geben Sie jedem Platz einen bestimmten Namen, damit der Hund weiß, was Sie meinen.

Beispiel:

  • Gehen wir abends schlafen, sagen wir "Geh ins Körbchen". = Schlafzimmer
  • Wollen wir unsere Mahlzeit im Wohnzimmer einnehmen, müssen sich die Hunde auf einen bestimmten Läufer legen. Dann sagen wir "Geh auf die Decke". = Wohnzimmer
  • Wenn ich in der Küche essen zubereite oder das Futter für die Hunde fertigmache oder wenn die Hunde ein Schweinsohr oder Pansen o.ä. bekommen, schicke ich sie auf eine Schaumgummimatte, die ich extra dafür in der Küche liegen habe. Dann sage ich "Geh aufs Kissen" = Küche

Es ist nämlich äußerst lästig, wenn der Hund Ihnen ständig zwischen den Beinen herumläuft, wenn er bei Tisch bettelt oder sein Schweinsohr oder Pansen o.ä. einfach irgendwo in der Wohnung verspeist, wo sie hinterher auf dem schönen Teppich einen schmierigen Fleck haben.

Schicken Sie den Hund bei bestimmten Gelegenheiten immer wieder auf den entsprechenden Platz, loben ihn kräftig und geben ihm anfangs auch ein Leckerchen. Dann sagen sie zu ihm "Bleib", damit er dort bleibt. Sie können ihn natürlich auch "Platz - bleib" oder "Sitz - bleib" machen lassen. Vielleicht ist es Ihnen aber auch egal ob er nun fein liegen- oder sitzenbleibt oder sonst was macht, Hauptsache er bleibt auf dem Platz.

Überlegen Sie sich vorher, ob Ihr Hund auf das Sofa (Bett) darf. Unsere Hunde dürfen. Um aber zu vermeiden, daß sie auch bei fremden Leuten sofort auf das Sofa springen, haben wir unseren Hunden beigebracht, daß sie nur aufs Sofa dürfen, wenn die eigens dafür vorhandene Wolldecke darauf liegt. Sehen sie die Decke wissen sie Bescheid, daß sie auf das Sofa dürfen. Will der Hund auch ohne Decke auf das Sofa springen, sagen Sie sofort "Nein" und befördern ihn recht unsanft wieder hinunter. Das müssen sie üben. Mal ist die Decke drauf, dann darf er, mal ist sie nicht drauf, dann darf er nicht. Er wird recht schnell verstehen, daß er nur mit seiner Decke aufs Sofa darf und sonst nicht. Wenn Sie selbst auch auf dem Sofa sitzen, auf welchem die Hundedecke liegt und sie merken, daß der Hund hochspringen möchte, lassen sie ihn vorher "Sitz" machen, loben ihn fein und erlauben ihm mit "Hopp" zu Ihnen hochzuspringen. So haben Sie ihm mal wieder ganz einfach Ihre Dominanz über ihn bewiesen, denn: er darf nur aufs Sofa, wenn Sie es ihm erlauben.

Wie gesagt, haben unsere Hunde in der Küche ihren Platz auf einer Schaumgummimatte, auf die sie sich setzen müssen, wenn ich u. a. das Futter fertig mache. Dort müssen sie solange "Sitz" machen, bis ich ihnen mit "Nimm" erlaube, zu dem Napf zu stürmen. Steht ein Hund vorher auf, um zum Napf zu laufen, wird er sofort mit "Nein" wieder auf das Kissen zurück in die Sitzposition befördert. Wieder haben Sie ganz einfach Ihre Dominanz bewiesen. Mit solchen Kleinigkeiten können Sie Ihrem Hund ständig unter Beweis stellen: Nur wenn er brav gehorcht, bekommt er, was er möchte und Ihre Alphastellung ist mal wieder bestätigt.

Wenn wir im Wohnzimmer beim Essen sind, müssen unsere Hunde auf einem bestimmten Läufer "Platz" machen. Ich schicke die beiden mit "Geh auf die Decke" dorthin und sage dann "Platz - bleib". Sie müssen dort solange bleiben, bis wir fertig sind. Dann rufe ich sie mit "Komm" zu mir. Dann wird viel gelobt und anfangs gibt es auch ein Leckerchen. Nach einiger Zeit gingen unsere Hunde schon von allein auf den entsprechenden Läufer und machten "Platz", ohne daß ich irgend etwas sagen mußte, sobald ich mit den gefüllten Tellern den Raum betrat.

5. Welches Spielzeug?

Ihrem Dalmatiner wird fast jedes Spielzeug willkommen sein. In seinem Interesse geben Sie ihm jedoch nichts aus Hartplastik oder Weichgummi (kann zerbissen und verschluckt werden). Am besten eignen sich Bälle und Ringe aus Hartgummi oder geknotete Seilenden. Diese sind das absolute Lieblingsspielzeug von meinen beiden. Da kann man schön mit herumziehen, jeder an einer Seite und zum Werfen und Hinterherrennen eignen sie sich auch gut. Als Quietschspielzeug eignet sich Babyspielzeug (z.B. Nuk) super. Hält länger als Hundespielzeug. Fangen Sie es lieber gar nicht erst an, Ihrem Welpen alte Pantoffeln oder Socken zum Spielen zu geben. Wie ,soll er denn den "alten Pantoffel" von einem "neuen Pantoffel" unterscheiden oder die "alte Socke" von der "neuen Socke"??? Wenn dann die neuen Pantoffeln oder Strümpfe zerfressen sind, ist der Ärger groß. Fangen Sie das lieber gar nicht erst an.

6. Hund und Kind

a) Der Welpe kommt hinzu:

Der Dalmatiner ist in der Regel ein sehr kinderlieber, geduldiger und spielfreudiger Kamerad für Kinder, vorausgesetzt, er wird nicht wiederholt massiv geärgert, was er sich sehr nachhaltig merkt, denn er hat ein sehr gutes Gedächtnis.

Am Anfang des Zusammenlebens mit Ihrem Dalmatiner werden Sie Ihr Kind oft ermahnen müssen, dem Hund ausreichend Schlaf zu gönnen, denn Welpen brauchen - wie Babys - noch sehr viel Schlaf. Zieht sich der Welpe zurück, um zu schlafen, muß er unbedingt in Ruhe gelassen werden. Das muß das Kind akzeptieren. Sie sollten kleinere Kinder und den Hund nicht unbeaufsichtigt allein lassen, damit Sie darauf achten können, daß das Kind den Hund nicht quält. Das Kind muß erst noch lernen, wie es mit dem Hund umgehen darf. Das Kind soll ruhig mit dem Welpen spielen. Allerdings sollten Sie darauf achten, daß das Kind keine Zerr- und Reißspiele mit dem Hund spielt, denn der Hund ist dem Kind sehr schnell kräftemäßig überlegen. Er lernt dann sehr schnell, daß er meistens gewinnt und stellt sich so rangmäßig über das Kind, was später zu Schwierigkeiten führen kann.

 

Sehr gut sind Wurfspiele mit dem Ball oder einem ähnlichen Gegenstand (nur unter Aufsicht). Hat der Hund den Ball geschnappt, sollte das Kind versuchen, ihm den Ball mit "Aus" aus der Schnauze zu nehmen und dann wieder werfen. So lernt der Hund auch das Kind als Ranghöheren zu akzeptieren.

Mit ca. 5 - 9 Monaten ist Ihr Welpe im Teenie - Alter. Er wird nun versuchen, seine Rudelstellung zu verbessern. Klare Regeln und viele positive Erlebnisse mit Kindern sind nun besonders wichtig. Kennt der Hund schon etliche Kommandos und befolgt sie sicher, dürfen auch ältere Kinder (ca. 9 - 10 Jahre) unter Ihrer Anleitung mit dem Hund arbeiten. Achten Sie darauf, daß der Hund die Befehle befolgt, nötigenfalls müssen Sie eingreifen. Für Kinder ist es ein großes Erfolgserlebnis und steigert das Selbstvertrauen, wenn sie merken, daß der Hund auch ihnen gehorcht. Jüngere Kinder werden vom Welpen oder Junghund eher als Wurfgeschwister angesehen, sind also gleichberechtigt. Sie können noch keine richtigen Übungen mit dem Hund machen. Aber lassen Sie das Kind dem Hund öfter mal einen Kauknochen oder ähnliches mit "Aus" aus dem Maul nehmen und ihm danach sofort wiedergeben (nur unter Ihrer Aufsicht!!!). So baut sich die Dominanz langsam auf.

Grundsätzlich gilt:

D E R    H U N D    I S T   K E I N    K I N D E R S P I E L Z E U G ! ! !

Sie sollten auch schon ältere Kinder nie mit dem Hund allein spazierengehen lassen. Ist der Hund schon etwa ein halbes Jahr alt, ist er schon recht kräftig. Sie müssen immer das Kräfteverhältnis beachten! Erst wenn das Kind dem Hund kräftemäßig überlegen ist, darf es allein mit ihm spazierengehen, damit das Kind den Hund im Notfall in der Gewalt hat.

Denn: Auch ein sehr gut bzw. perfekt erzogener Hund ist ein Wesen aus Fleisch und Blut und seine Reaktionen sind nie ganz vorherzusehen.

Ihre schon etwas älteren Kinder dürfen mit dem Hund auf einem Übungsplatz arbeiten und Breitensport oder Agility mit dem Dalmatiner machen. Anfangs in Ihrer unmittelbaren Nähe, später beobachten Sie das vom Rande her. Auch hier müssen Sie auf das Kräfteverhältnis achten, bevor Kind und Hund ganz allein gelassen werden können.

Machen Sie Ihr Kind mit Ihren Erziehungsmethoden und Kommandos vertraut und achten Sie darauf, daß Ihr Rind seine Macht nicht mißbraucht! (vor allem jüngere Kinder sind da sehr gefährdet)

b) Das Baby kommt hinzu:

Haben Sie Ihren Dalmatiner nun schon einige Zeit und es kommt ein Baby in die Familie, müssen Sie sehr darauf achten, dem Hund keinen Grund zur Eifersucht zu geben! Lassen Sie ihn ruhig am Baby schnüffeln oder auch mal einen Schlecker machen (das kann man schließlich abwaschen und Ihr Hund ist ja ausreichend geimpft). Der Hund muß sich erst richtig mit dem Neuankömmling vertraut machen und ihn als neues Familien(Rudel)mitglied akzeptieren. Seien Sie nicht zu pingelig in puncto Hygiene! In der heutigen Zeit kommen die Babys mit so vielen Umweltgiften in Verbindung, die sehr viel schädlicher sind.

Keinesfalls dürfen Sie den Hund vom Baby isolieren!!! Er könnte sonst wirklich eifersüchtig werden auf den Neuankömmling. Sie sollten gerade dann, wenn Sie das Baby auf dem Arm haben, sich gleichzeitig um den Hund kümmern (kraulen, mit ihm sprechen), ihn also mit einbeziehen. Der Hund soll verknüpfen: Mir geht es besonders gut, wenn das Baby dabei ist!

Wenn Sie das Baby weglegen, sollten Sie sich auch vorerst nicht um den Hund kümmern. Er muß das Baby mit etwas Gutem verknüpfen.

Die furchtbaren Unfälle, die ab und zu mal mit Hunden und Baby geschehen kommen meiner Meinung wahrscheinlich dadurch zustande, daß sich die Hundebesitzer gerade andersherum verhalten: Sie kümmern sich ausschließlich um den Hund, wenn das Baby schläft, also nicht dabei ist! Befindet sich das Baby dann im Kreis der Familie oder bei der Mama, soll sich der Hund schleunigst entfernen (wird vielleicht sogar weggesperrt) oder wird gar nicht mehr beachtet. Logischerweise wird der Hund das Baby mit etwas für ihn Schlechtes kennenlernen, weil ihm durch Babys Anwesenheit nur Nachteile erwachsen. Er macht also eine absolut unerwünschte Verknüpfung!!!

Wenn Sie richtig darüber nachdenken und sich in die Lage des Hundes versetzen, wird Ihnen das alles ziemlich logisch erscheinen und Sie werden sich dementsprechend verhalten.

  1.  

FELL- UND KÖRPERPFLEGE

  1.  

 

1. Fell

a) Bürsten:

Dalmatiner haben ein dichtes hartes Fell ohne Unterwolle, daher sind sie sehr pflegeleicht. Allerdings haben sie nicht den sonst üblichen Fellwechsel vor und nach der kalten Jahreszeit - sie haaren fast das ganze Jahr über. Die abgestorbenen Haare sollten Sie ein- bis zweimal pro Woche mit einer Gumminoppenbürste ausbürsten. Wenn Ihr Dalmatiner besonders schön glänzen soll reiben Sie mit einem feuchten Leder hinterher.

b) Baden:

Baden brauchen Sie Ihren Dalmatiner nur selten, höchstens einmal im Jahr - es sei denn, es ist unumgänglich. Manche Hunde wälzen sich nämlich sehr gerne in Aas oder Kot oder Misthaufen oder ähnlichem.

Nach dem Baden sollten Sie sein Fell mit Apfelessig vermischt mit ein paar Tropfen Sonnenblumen- oder Distelöl einreiben, so ist der natürlich Säure- und Fettgehalt schnell wieder hergestellt und Ihr Dalmatiner glänzt besser als mit jedem Glanzspray. Auch vor Ausstellungen ein super Mittel.

Ihren Welpen baden Sie möglichst gar nicht, die Erkältungsgefahr ist zu groß und Haut und Fell ist noch nicht so widerstandsfähig. Wenn es aber doch sein muß, nehmen Sie bitte ein gutes Welpenshampoo. Lassen Sie sich in einem guten Fachgeschäft beraten oder fragen Sie Ihren Tierarzt.

Auch für den erwachsenen Hund sollten Sie ausnahmslos Spezialhundeshampoo verwenden. Ich habe die besten Erfahrungen gemacht mit: Jojoba - Shampoo von Jean-Pierre Héry. Es ist im guten Fachgeschäft erhältlich.

 

2. Krallen

Wenn Sie mit Ihrem Hund nur selten auf hartem Boden (Asphalt, Pflaster) gehen, sondern hauptsächlich auf weichem Waldboden oder Feldwegen, wird es sich meist nicht vermeiden lassen, daß die Krallen geschnitten werden müssen. Gewöhnen Sie Ihren Hund vorsichtig daran und benutzen Sie eine spezielle Krallenschere. Die fünfte Kralle (Wolfskralle) an den Vorderläufen muß in jedem Fall geschnitten werden, da sie sich nicht abnutzen kann und bei Überlänge zu einem Verletzungsrisiko wird. Ich halte es für ratsam, sich das Krallenschneiden beim ersten Mal von Ihrem Tierarzt zeigen zu lassen, damit Sie wissen, wie weit Sie schneiden dürfen, ohne den Hund zu verletzen. Wenn Ihr Hund einige schwarze Nägel hat ist es auch schwierig, weil man nicht sehen kann, wo das "Leben" anfängt, da kann man sich nur in etwa danach richten, wie weit man die hellen Krallen gekürzt hat. Wenn Sie unsicher sind, gehen Sie lieben zu Ihrem Tierarzt, bevor Sie dem Kleinen wehtun und er sich dieses ganz schnell merkt. Wenn die Fußballen sehr rauh sind (Winter) reiben Sie diese mit Vaseline ein. Aber nicht zu oft, denn das Vaselinefett macht die Hautballen weich und somit gegen Verletzungen anfällig.

 3. Zähne

Die Zähne lassen sich nur die wenigsten Hunde gerne putzen - natürlich ausschließlich mit Hundezahncreme oder ganz ohne!!! Um die Zähne auch ohne Zähneputzen sauber zu halten, braucht Ihr Dalmatiner öfters mal einen Kauknochen oder Kaustange aus Büffelhaut oder harte Hundekuchen. Empfehlenswert sind vor allen Dingen auch Ochsenziemer, nicht nur wegen der pflegenden gebißkräftigenden Wirkung, sondern vor allem auch als Beschäftigung (beim Alleinesein) und weil sie besonders gern gefressen werden, wie auch getrocknete Schweine- oder Rinderohren. So wird auch der unvermeidliche schädliche Zahnstein abgebaut.

Mit Knochen sollte man eher vorsichtig sein. In Maßen kann sie der Hund vertragen, sie können aber auch leicht zu Verstopfung führen, wenn der Hund nicht genügend Bewegung hat. Sie können dann und wann mal einen Kalbsknochen geben. Auch Markknochen sind sehr gesund. Sie müssen aber sehr dick sein und sie müssen darauf achten, daß keine spitzen Stücke abbröckeln, die Ihr Hund dann verschlucken kann. Nie aber dürfen Sie harte Röhrenknochen oder Geflügelknochen - wegen Verletzungsgefahr - sowie Knochen vom Schwein - wegen Infektionsgefahr geben.

  1.  

ERNÄHRUNG

 

1. Allgemeines

Ihr Dalmatinerwelpe braucht im Moment noch drei Mahlzeiten am Tag. Dies sollten Sie bis zum 6. Monat beibehalten. Danach wird auf zwei Mahlzeiten am Tag umgestellt. Während dieser Zeit sollten Sie möglichst weiter das von mir empfohlene Futter verwenden. Wenn Sie sich aber für ein anderes - aber bitte gutes Trockenfutter - entscheiden, sollten Sie innerhalb von ca. 3 Tagen immer etwas mehr von dem neuen Futter zu dem Alten mischen, damit sich der Hund problemlos an das neue Futter gewöhnt, ohne Verdauungsstörungen zu bekommen.

Achten Sie bitte genauestens auf die Nährstoffanalysen auf den Futterpackungen!!!

  • Welpenfutter sollte enthalten:

Eiweiß: 26-30%

Fett: 15-20%

Vitamin A: 14.000- 18.000 I.E/kg

Vitamin D: 1.500- 2.500 I.E/kg

Vitamin E: 100- 200 I.E/kg

Kalzium: 1,2- 2,3%

Phosphor: 1 - 1,9%

Das Verhältnis von Kalzium zu Phosphor muß etwa 1,2 zu 1,0 betragen.

 

2. Fleischfütterung

Reine Fleischfütterung ist für unseren Hund sehr schädlich, da das Kalzium – Phosphor - Verhältnis nicht paßt. In reinem Fleisch ist grundsätzlich mehr Phosphor als Kalzium, also genau umgekehrt, als es sein sollte. Auf Dauer hat das schwere Knochenschäden zur Folge. Wollen Sie ab und zu mal reines Fleisch (aber bitte immer gekocht wegen Infektionsgefahr) füttern, geben Sie eine entsprechende Menge Knochenmehl oder einen Teelöffel kleingemahlene Eierschalen hinzu, damit die Nahrung ausgewogen ist.

 

3. Trockenfutter mit Ergänzungszutaten

Ich rate dazu, das Trockenfutter eingeweicht zu füttern, denn so ist es viel leichter verdaulich. Von Dosenfutter halte ich im übrigen gar nichts, denn es besteht zu 80 % aus Wasser. Es muß also logischerweise mengenmäßig viel mehr gefüttert werden und der Kotabsatz ist mengenmäßig natürlich auch viel höher. Ich weiche das Trockenfutter in Buttermilch (od. Kefir, Magerjoghurt, Quark) ein mit etwas Wasser angerührt. Das braucht der Hund für die Milchsäurebildung. Außerdem gebe ich dem Futter die entsprechende Menge Hokamix bei, damit es bestmöglich verwertet werden kann. Einmal täglich kommt ein Teelöffel Apfelessig und ein Teelöffel Honig ins Futter. Ab und zu reibe ich einen Apfel oder eine Möhre mit ins Futter. (Obst und Gemüse muß feingerieben gefüttert werden. Es kann sonst nicht verarbeitet werden). Ca. eine Woche vor Ausstellungen bekommen meine Hunde täglich einen halben Teelöffel Distel- oder Sonnenblumenöl ins Futter, das gibt schön glänzendes Fell, hat aber auch viele Kalorien. Mit dieser Fütterungsmethode fahre ich sehr gut. Meine Hunde zeigen mir das durch ihr glänzendes Fell und ihre Vitalität. Außerdem kommt täglich eine feingehackte Knoblauchzehe ins Futter.

 

4. Honig

Achten Sie darauf, daß Sie nur guten Honig kaufen. Auf dem Etikett muß "kaltgeschleudert" stehen. Ist der Honig wärmebehandelt, hat er den größten Teil seiner Vitamine und Mineralstoffe verloren. Honig ist reich an Aminosäuren und hat erwiesenermaßen eine äußerst keim- und bakterientötende Wirkung.

Auch zur Wundbehandlung ist Honig ein Wundermittel: Hat ihr Hund eine eiternde oder nässende Wunde, die sich nicht schließen will, geben Sie etwas Honig darauf und sorgen dafür, daß der Hund ihn nicht ableckt. Der Honig zieht das Wasser aus der Wunde und trocknet bald alles aus, die Wunde ist keimfrei und kann unter dem lackartig getrockneten Honig gut abheilen. Auch Verbrühungen und Verbrennungen heilen narbenlos ab.

 

5. Apfelessig

Apfelessig hat alle guten Bestandteile des Apfels und ist daher sehr gesund. Vor allen Dingen bei Magenstörungen des Hundes, wobei ja die Säurebilanz des Magens gestört wird, kann das mit Apfelessig gut ausgeglichen werden. Unsere Hunde bekommen deswegen vorbeugend jeden Tag einen Teelöffel Apfelessig ins Futter.

  •  

6. Knoblauch

Der Hauptwirkstoff im Knoblauch ist das Allicin, welches eine starke bakterienhemmende Wirkung besitzt.

Knoblauch wirkt:

- darmberuhigend

- durchfallstillend

- bakterientötend

- kann alle Stoffwechselentgleisungen im Magen - Darmbereich beheben

- krampflösend

- sekretionssteigernd

- hat eine günstige Wirkung auf das Kreislaufsystem

- erhöht Widerstandskraft gegen Infektione

hervorgehoben sei auch seine Wirkung auf Faden- u. Spulwürmer

Sicherlich hat er noch einige positive Eigenschaften mehr. Es sind auf jeden Fall reichlich gute Gründe, dem Futter regelmäßig Knoblauch beizumengen.

7. Nach der Fütterung

Nach jeder Fütterung sollten Sie Ihrem Hund eine Ruhepause von ca. 1 - 2 Stunden gönnen. Das Futter sollte also nach dem Spaziergang gegeben werden. Hunde von Dalmatinergröße (und darüber) sind sonst gefährdet für Magendrehungen, eine lebensbedrohliche Situation. Aus diesem Grund empfiehlt sich auch der Gebrauch eines erhöhten Futternapfes, damit der Hund entspannter fressen kann, dadurch weniger schlingt und weniger Luft schluckt. Einen gefüllten Wassernapf sollte Ihrem Hund immer zur Verfügung stehen (zweimal täglich erneuern!). Futterreste, die Ihr Hund nicht aufgefressen hat, sollten Sie unbedingt wegwerfen, nicht so sehr, weil sie sonst verderben, sondern weil ihr Hund "weiß" wieviel er verträgt. Halten Sie nach Möglichkeit feste Fütterungszeiten ein, am besten nach Ihrer eigenen Mahlzeit.

8. Wieviel füttern?

Als Grundsatz gilt:

So hochwertig, so richtig, so mengenmäßig sparsam wie möglich füttern!!!

Denn Dauerschäden am Skelett entstehen nicht durch Nahrungsmangel, sondern durch ständige Überfütterung gerade in der Wachstumsphase!!!

Es ist ein großer Fehler zu glauben, Welpen und Junghunde müßten möglichst reichlich gefüttert werden und können ruhig mollig und pummelig sein. Nach neuesten Erkenntnissen wird die gefürchtete HD (Hüftgelenksdysplasie = ein in unterschiedlichen Schweregraden mißgeformtes Hüftgelenk, was zu starken Schmerzen führt) und andere Knochenschäden gerade dadurch begünstigt, selbst wenn die Eltern HD - frei sind, wenn der Welpe und Junghund dauernd zu große Nahrungsmengen erhält, dadurch entweder zu schnell wächst und / oder eine dicke Fettschicht hat.

Denn:

Die Knochen beim Welpen und Junghund sind nämlich keinesfalls fertig, sondern bestehen noch größtenteils aus Knorpeln, welche sich erst im Laufe des ersten Jahres zu den fertigen Knochen entwickeln. Es ist also völlig logisch, daß sich diese noch nachgebenden (also verformbaren) Knorpel bei zu hohem Gewicht (und auch bei Überanstrengung) sehr leicht verformen können.

Der Welpe und Junghund sollte bei knapper, ausbalancierter Futtermenge drahtig und kernig, lebhaft sein, glänzendes Fell und nur wenig Fettschicht haben und sich dabei für die Rasse entsprechend entwickeln. Sein Gewicht sollte bis zum Ende der Knochenentwicklung möglichst knapp an der rasseüblichen Grenze oder darunter liegen.

Als Anhaltspunkt siehe nachstehende Tabelle.

 

9. Das durchschnittliche Gewicht von 2 - 12 Monaten

(+/- 10 %) Rüden schwerer, Hündinnen leichter

jeweils Ende der

ca.

8. Woche

6,0 kg

9. Woche

6,7 kg

10. Woche

7,4 kg

11. Woche

8,1 kg

12. Woche

9,0 kg

13. Woche

9,4 kg

14. Woche

9,9 kg

15. Woche

10,5 kg

16. Woche

11,0 kg

17. Woche

11,4 kg

18. Woche

11,8 kg

19. Woche

12,0 kg

20. Woche

12,5 kg

21. Woche

13,0 kg

22. Woche

13,3 kg

23. Woche

13,6 kg

24. Woche

14,0 kg

vom 7. Monat bis 12. Monat: ca. 1 kg Gewichtszunahme monatlich.

Nach abgeschlossenem Wachstum mit ca. 1 1/2 - 2 Jahren wiegt der Dalmatiner durchschnittlich: (je nach Größe)

Hündinnen: ca. 22 kg - 26 kg

Rüden: ca. 25 kg - 30 kg

 

10. Täglicher Nahrungsbedarf erwachsener Hunde

(wachsende Hunde benötigen etwa die doppelte Mange je kg Körpergewicht)

je kg Körpergew. 20 kg Körpergew. 25 kg Körpergew.

Kalorien 62,5 Kal. 1.250 Kal. 1.540 Kal.

Protein 4,5 g 90 g 112 g

Fett 2,0 g 40 g 50 g

Calcium 120,0 mg 2.400 mg 3.000 mg

Phosphor 100,0 mg 2.000 mg 2.500 mg

 

11. Fütterungsanleitung

Montag, Dienstag, Donnerstag, Freitag:

(jede Mahlzeit mind. 1/2 Std. einweichen)

(vom 3. - 6. Monat)

Morgens:

100 - 150 g gutes Trockenfutter

200 ml Buttermilch (od. Kefir, Joghurt, also nur angesäuerte Milchprodukte, bei reiner Milch ist der Milchzuckergehalt zu hoch und führt leicht zu Durchfällen)

1 TL Honig (Honig ist lichtempfindlich, also erst dem Futter zufügen, wenn es gut durchgeweicht ist und dann sofort verfüttern)

Mittags:

100 - 150 g gutes Trockenfutter

200 ml Wasser

1 Meßlöffel Hokamix

1 TL Apfelessig

1/2 TL Distelöl (oder Sonnenblumenöl, Distelöl ist noch reichhaltiger an ungesättigten Fettsäuren)

Abends:

100 - 150 g gutes Trockenfutter

200 ml Wasser

1 Meßlöffel Hokamix

1 Knoblauchzehe

1 große Möhre oder 1 Apfel (im Wechsel) fein zerkleinert oder gerieben / geraspelt!

Diese Mahlzeiten enthalten für den Tagesbedarf:

Protein 95 g

Kalorien 1.400 Kal.

Fett 57 g

Calcium 5.000 mg

Phosphor 3.200 mg

Diesen Futterplan können Sie die ganze Woche über anwenden. Bei mir gibt es Mittwochs u. Sonntags etwas Besonderes, denn auch Hunde lieben Abwechselung. Samstag ist Fastentag.

Samstag (Fastentag):

Bis zum Alter von 9 Monaten: wöchentlich 1/2 Tag. (ca. 24 Std.) z.B. Samstags gibt es noch Frühstück. Mittag und Abendessen fallen aus. Nächste Mahlzeit ist das Frühstück am Sonntag.

Ab 9 Monaten: wöchentlich einen ganzen Tag (ca. 40 Std.)

z. B. Freitags um 18.00 Uhr Abendmahlzeit. Samstags nicht füttern. Nächste Mahlzeit am Sonntag um 11.00 Uhr.

Man erreicht damit eine völlige Magen – Darm - Reinigung, die für den Gesundheitszustand des Hundes gar nicht hoch genug eingeschätzt werden kann.

Mittwoch

Morgens

100 g Haferflocken (aus dem vollen Korn) entweder über Nacht aufquellen lassen oder vorher in Wasser aufkochen lassen (Herd oder Mikrowelle), damit die Flocken aufgeschlossen und somit für den Hund verwertbar sind.

250 g Magerquark

1 Eigelb einrühren (oder ein ganzes gekochtes zerkleinertes Ei. Eiklar sollte nicht roh verfüttert werden, denn es führt leicht zu Durchfällen.)

1 TL Honig

1 TL Apfelessig

1 TL Distelöl (ersatzweise Sonnenblumenöl)

1 TL Knochenmehl (im Zoofachhandel erhältlich) oder ersatzweise 1 feingemahlene Eierschale (ca.5g) od. Futterkalk

Mittags und abends: (je zur Hälfte verfüttern)

225 g gem. Fleisch (ungekocht ca. 300 g) und zwar gemischt aus: Suppenfleisch, Herz, Leber, evtl. Schlund.... Rind, Huhn od. Pute verwenden (kein Schweinefleisch!!!)

1/4 TL jodiertes Salz

125 g Suppengemüse fertig gemischt aus der Tiefkühltruhe. Gibt es günstig im 1 kg Beutel.

1 Knoblauchzehe feingehackt

1 TL Knochenmehl

2 Meßlöffel Hokamix

1 TL Distelöl

Zubereitung:

Ich koche diese Mahlzeit immer auf Vorrat, so daß ich hinterher 8 Portionen erhalte. Die übrigen Portionen werden dann gebrauchsfertig eingefroren.

Ich nehme

1 kg Suppenfleisch

500 g Herz

500 g Leber

500 g Schlund

schneide alles in Würfel und gebe es in einen Topf mit ca. 1,5 l Wasser, dem ich 2 TL jodiertes Salz zugebe. Das Fleisch wird ca. 15 - 20 Minuten gar gekocht, mit einer Schöpfkelle aus der Fleischbrühe genommen und auf 8 gleiche Portionen verteilt.

Nun gebe ich 1 kg gemischtes Suppengemüse in die Fleischbrühe mit 8 Knoblauchzehen, lasse alles ca. 5 Minuten kochen und püriere die Suppe mit einem Pürierstab zu einem Brei (oder in die Küchenmaschine geben zum Zerkleinern). Den Gemüsebrei verteile ich auf die 8 Fleischportionen.

7 Mahlzeiten werden eingefroren, ohne die Zugaben von Hokamix, Distelöl und Knochenmehl (wird erst bei Verfütterung zugesetzt). In die 8. Portion mischen Sie 2 Meßlöffel Hokamix, 1 TL Distelöl und 1 TL Knochenmehl und teilen diese Mahlzeit auf 2 Portionen auf. Eine für mittags und eine für abends.

Diese Tagesmahlzeit enthält:

Protein 112 g

Kalorien 1.170 Kal.

Fett 40 g

Calcium 4.125 mg mit Eierschale 3.465 mg mit Knochenmehl

Phosphor 1.710 mg mit Eierschale 3.190 mg mit Knochenmehl

Sonntags

Morgens

(Das gleiche Frühstück wie am Mittwoch)

Mittags und abends: (je zur Hälfte füttern):

250 g grüner Pansen (keinen weißen, der hat praktisch keinen Nährwert mehr) Sie bekommen ihn entweder in der Gefriertruhe in der Tierabteilung oder frisch beim Schlachter.

125 g Suppengemüse auftauen, in der Küchenmaschine mit 200 ml Wasser u. 1 Knoblauchzehe zu einem Brei pürieren und

1/4 TL jodiertes Salz zugeben. In der Mikrowelle oder auf dem Herd kurz kochen und abkühlen lassen. Dann

1 TL Distelöl

1 TL Knochenmehl ersatzweise 1 gemahlene Eierschale (ca. 5 g) oder Futterkalk und

2 Meßlöffel Hokamix

zugeben, vermischen und auf 2 Portionen aufteilen, eine für mittags, eine für abends.

Diese Tagesmahlzeit enthält:

Protein: 83 g

Kalorien: 1.140 Kal.

Fett: ca. 33 g

Calcium: 4.280 mg (Eierschale) 3.623 mg (Knochenmehl)

Phosphor: 1.280 mg (Eierschale) 2.760 mg (Knochenmehl)

Ab dem 6. Monat:

Nun gibt es nur noch 2 Mahlzeiten täglich. Alle Mengen und Zutaten werden beibehalten und auf diese zwei Mahlzeiten verteilt. Die Morgen- oder Mittagsmahlzeit wird weggelassen. Jetzt gibt es täglich 3 Meßlöffel Hokamix.

Ab 1 1/2 Jahre:

Nun stellen Sie von Welpen- auf Erwachsenenfutter um, z.B. Canine Plus Adult Regular oder Canine Plus Natural Formular. Alle weiteren Zutaten bleiben bestehen.

Kontrollieren Sie bitte einmal am Tag den Kot Ihres Hundes. Er sollte wohlgeformt sein. Morgens ist er meistens etwas fester und abends - durch die Bewegung tagsüber - etwas breiiger. Untersuchen Sie den Kot auf evtl. Wurmbefall. Wenn Ihr Hund Durchfall hat (sehr flüssiger Kotabsatz) und es hat sich nach einem Tag normalisiert, ist das nicht weiter bedenklich. Dauert der Durchfall aber länger als 2 Tage, sollten Sie auf jeden Fall einen Tierarzt aufsuchen.

12. Fertigfutter / Alleinfutter

Aus der industriellen Fertigung gibt es ein großes Angebot von Fertigfuttersorten. Dies fängt bei Zusätzen für eine selbst zubereitete Mahlzeit an und endet bei Vollwertprodukten, auch Alleinfutter genannt. Diese Alleinfutter, die alle Nährwerte, Vitamine und Mineralien enthalten, die unsere Hunde brauchen, sind am verbreitetsten. Es spricht nichts gegen eine Verwendung von dieser Futtersorte. Allerdings sollten Sie hier unbedingt auf Qualität achten!

Als Züchter und Hundeliebhaber halten wir aus Erfahrung die Alleinfutterangebote aus den Diskont- und Verbrauchermärkten für unsere Hunde für nicht geeignet. Wir empfehlen die handelsüblichen Qualitätsmarken. Beachten Sie bitte, daß der Rohproteingehalt des Fertigfutters für Ihren Dalmatiner nicht über 23 – 24 % liegen soll. Besonders gute Erfahrungen haben wir mit Krokettenfutter der Marken "Happy Dog" und "Recipe" oder "Natural Life" gemacht. Leider sind diese Futtersorten nicht immer durchgängig in jedem Fachgeschäft erhältlich. Bitte sprechen Sie ihren Züchter an, wenn Sie sich an meine Empfehlung halten möchten. Der kann Ihnen die für Sie am günstigsten erreichbare Verkaufsstelle nennen.

 

Zwischen dem 6. – 8. Monat wird Ihr Hund von dem Junior auf das Normalfutter umgestellt. Das Welpen- und Juniorfutter mit dem erhöhten Energiegehalt (Protein) bewirkt ein schnelles Wachstum des Körperbaues und ein zu hohes Körpergewicht in diesem Alter. Beides ist ungünstig und hat einen negativen Einfluß auf die Knochenentwicklung, wie bereits unter Punkt "8. Wieviel füttern?" beschrieben.

  1.  

Dalmatinervereine

1. Nachzuchttreffen

Für die drei Dalmatinervereine und vor allem für die Zuchtstätten ist es von außerordentlicher Wichtigkeit, die Möglichkeit zu haben, festzustellen, ob sich die Welpen dem Zuchtziel entsprechend entwickeln. Dafür veranstalten die Vereine Nachzuchttreffen, in denen interessierte Besitzer ihre Junghunde im Alter von 6 – 24 Monaten vorstellen können und sollten. Die Teilnahme an den Nachzuchttreffen setzt keine Mitgliedschaft in einem Verein voraus. Als Züchter würde man sich wirklich sehr freuen, wenn Sie sich entschließen könnten, Ihren Junghund bei einem solchen Treffen vorzustellen. Er wird von Fachleuten bewertet und Sie erhalten darüber eine Auswertung. Bei den Treffen haben Sie die Gelegenheit einige (oder vielleicht alle?) Wurfgeschwister wiederzusehen.

2. Rassehundezuchtausstellungen

Mehrmals jährlich finden von den Vereinen Dalmatinerzuchtschauen statt. Dabei richtet jede Region eine oder mehrere Ausstellungen aus. Es lohnt sich wirklich einmal eine Zuchtschau zu besuchen, sei es als Zuschauer oder als Aussteller. Vielleicht finden Sie Gefallen daran. Es ist immer wieder schön, so viele Dalmatiner zu sehen.

Auch für Sie dürfte es sicher interessant sein, einmal eine Ausstellungsbewertung von einem national oder international zugelassenen Zuchtrichter für "Ihren" Dalmatiner zu bekommen. Der Hund wird von Kopf bis Fuß bewertet. Das "Gebäude" und der "Bewegungsablauf" wird bewertet. Sie erhalten eine vorsichtige Aussage zur weiteren Entwicklung (bei Junghunden) des Hundes. Der Zuchtrichter hält sich dabei an den international gültigen Rassestandard. Wichtig ist dabei, daß sich der Hund ruhig verhält und sich vom Richter anfassen läßt. Der Richter wird Ihrem Hund in die Schnauze sehen, um das Gebiß zu kontrollieren.

Wie man sich im "Ring" verhält und den Hund in die "richtige Position" bringt, daß habe ich Ihnen in den nächsten Zeilen aufgeschrieben.

Ausstellungen – wozu?

Hunde werden im Ring vorgeführt, um sie in Konkurrenz mit anderen Tieren ihrer Rasse von einem Zuchtrichter beurteilen zu lassen. "Zucht" - Richter deshalb, weil der Richter einerseits die "Zuchtprodukte" der Züchter der Rasse bewertet und andererseits durch sein Urteil einen Hund aufgrund von dessen mehr oder weniger standardgerechter äußerer Erscheinung und seiner erkennbaren Wesensmerkmale zur Zucht empfiehlt - oder eben auch nicht. Ausstellungen sind deshalb keine reinen Schönheitskonkurrenzen, sondern sie haben eine nicht gering einzuschätzende Bedeutung für die Zucht und damit die zukünftige Qualität einer Rasse! So nebenbei: Aggressive Hunde müssen deshalb - ganz gleich wie "schön" sie sind! - unbedingt eine zuchtausschließende Bewertung erhalten und konsequent des Ringes verwiesen werden! Ein Hund wird üblicherweise einem Richter präsentiert mit dem Ziel, von diesem eine möglichst gute Bewertung zu erhalten. Sie alle kennen den Satz: Nobody is perfekt. Er gilt uneingeschränkt auch für Hunde. Abgesehen davon, daß ein Hund mit groben Fehlern selbstverständlich weder in den Schauring noch in die Zucht gehört: Dafür daß ein Hund mit kleinen Schwächen trotzdem gut bewertet wird, kann man etwas tun. Handling muß also mehr sein als das bloße "in den Ring gehen" mit dem Hund. Die Vorbereitung des jungen Hundes und des "Handlers" Um also seinen Hund langfristig auf seine Ausstellungen vorzubereiten, sollte der Dalmatiner schon ab der "Jüngstenklasse" ausgestellt werden. Beginnen Sie mit Landes- oder Regionalzuchtschauen, die oft kleinere Meldezahlen haben und meist nicht so viel Hektik verbreiten. Der Hund soll sich ganz allmählich auf einen Ausstellungstag konzentrieren können. Ist er diesen nicht alltäglichen Ablauf gewohnt, wird es für ihn nichts besonderes mehr sein - und er wird sich deshalb wie gewohnt verhalten. Aber auch der Besitzer und Vorführer soll sich entsprechend vorbereiten. Das Vorführen wird "Handling" und der Vorführer "Handler" genannt. Beginnen wir mit wichtigen Kleinigkeiten. Die Grundausstattung für den Hund auf der Ausstellung umfaßt eine spezielle "Vorführleine", einen Wassernapf, die Hundedecke, einige Leckerlies und die normale Leine, außerdem für die Besitzer Klapp- oder Campingstühle, Verpflegung und Regenkleidung. Haben Sie Ihre Unterlagen zusammengestellt? Auf der Ausstellung benötigen Sie die Ahnentafel oder Registerbescheinigung, den Impfpaß mit der Eintragung der letzten Tollwutimpfung (nicht jünger als 4 Wochen und älter als 12 Monate), den Zahlungsnachweis für das Meldegeld und bei größeren Ausstellungen die Meldebestätigung. Dann kann es aber immer noch nicht los gehen. Kommen wir zu der Grundausstattung des Handlers. Hier müssen Sie die "richtige" Kleidung und Schuhe wählen. Ungeeignet sind Trainingsanzüge, Shorts und ausgebeulte Jeanshosen. Je nach Temperatur und Ort der Ausstellung sind für weibliche Handler bequeme Kostüme, Kleider oder Hosenanzüge nie falsch. Männer sollten Jackett, Hemd und lange Hose bevorzugen. Auch eine Krawatte wäre nicht als Übertreibung anzusehen. Die Kleidung sollte weder flattern, noch so eng sein, daß Sie in Ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sind. Die Schuhe für den Ring sollten leicht und flach sein, sowie eine rutschfeste Sohle haben. Von großer Wichtigkeit ist die Farbe der Kleidung. Sie sollte einen möglichst guten Kontrast zum Fell des Dalmatiners darstellen. Ungeeignet sind stark gemusterte Stoffe, dagegen werden Unistoffe empfohlen. Es sieht zwar witzig aus, wenn Frauchen oder Herrchen im Dalmatinerlook auftreten, nur wenn der Richter nicht mehr unterscheiden kann, wo die Bluse aufhört und der Hund anfängt - kann sich das für die Bewertung des Hundes nur negativ auswirken. Bis jetzt haben wir über die Grundausstattung für den Hund und Handler gesprochen. Es waren alles materielle Dinge. Trotzdem sollte noch ein Punkt angesprochen werden. Etwas unmaterielles: Ihre Kondition! Im Ring sind Hund und Handler ein Team! Besonders neben einem Dalmatiner müssen Sie mitunter einige Schnelligkeit entwickeln, um dessen Gangwerk optimal zur Geltung kommen zu lassen - und das oft über viele Runden! Der Dalmatiner ist in erster Linie ein Laufhund, und dem müssen Sie wohl oder übel Rechnung tragen. Laufen und Ringtraining Anforderungen, die der Hund im Ring erfüllen muß:1. Ihr Hund muß über längere Zeit aufmerksam und ruhig stehen bleiben.

2. Ihr Hund muß im Ring ohne zu ziehen oder zu schnüffeln an möglichst lockerer Leine freudig neben Ihnen laufen. In jeder Geschwindigkeit und in jede Richtung die Sie ihm vorgeben (ohne zu springen oder zu hopsen).3. Ihr Hund muß sich anstandslos am ganzen Körper von fremden Menschen anfassen lassen. Ganz wichtig dabei ist die Gebißkontrolle.4. Er muß sich seinen Artgenossen gegenüber freundlich verhalten, darf weder undiszipliniert noch gar aggressiv sein. Alle aufgezählten Punkte können Sie mit Ihrem Dalmatiner bereits im Voraus trainieren. Flechten Sie die Übungen regelmäßig in die Spaziergänge ein. Dabei reichen wenige Minuten täglich aus. Zu 1. Mit "Stehübungen" haben wir in der Wohnung begonnen. Nehmen Sie dabei bereits die Vorführleine, Teile der Vorführkleidung (z.B. das Jackett), die Gürteltasche (mit Leckerlies) und ähnliche Dinge, die Sie bei der Ausstellung später auch benutzen werden. Auf das Kommando "Steh" sollte Ihr Hund ruhig stehen. Lenken Sie die Aufmerksamkeit des Hundes dabei auf Ihre Finger. Sie können so auch die Kopfhaltung des Hundes beeinflussen. Dabei sollten Sie noch keine hohen Anforderungen zu Beginn des Trainings stellen. Steigern Sie die "Stehzeit" von Tag zu Tag, je nach Fortschritt des Dalmatiners. Sollte sich Ihr Hund hinsetzen wollen, so greifen Sie ihm unter den Bauch und heben ihn leicht an, während Sie das Kommando "Steh" wiederholen. Oder wenn Ihr Hund bereits sitzt, gehen Sie einfach einen kleinen Kreis und lassen Ihren Hund in der vorherigen Ausgangsposition unter Wiederholung des Kommandos "Steh" stehen.

Zu 2. Gehen oder Laufen ist im Ring besonders wichtig. Der Bewegungsablauf wird währenddessen vom Richter beurteilt. Dabei können sie als Handler Ihren Dalmatiner unterstützen. Die richtige Leinenhaltung, die richtige Geschwindigkeit und die richtige Hundeposition können Sie bereits vorher Einüben. Im Gegensatz zum normalen Erziehungstraining halten Sie ausnahmsweise die Vorführleine in der linken Hand, damit das ständige Wechseln der Leine von links nach rechts und umgekehrt entfällt. Dies gilt auch für die "Steh" - Position". Die rechte Hand dirigiert gegebenenfalls den Kopf des Hundes. Die optimale Laufgeschwindigkeit haben Sie, wenn der Hund trabt. Sollte er galoppieren oder springen, so reduzieren Sie die Laufgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeitsveränderung hilft dem Hund auch, sich wieder auf Sie zu konzentrieren! Denken Sie immer daran: Im Ring sind Hund und Handler ein Team! Die richtige Position hat der Dalmatiner, wenn sich sein Kopf etwa in Kniehöhe befindet. Das haben Sie ja bereits im normalen Erziehungskurs gelernt. Dabei sollte Ihr Hund nicht zu eng (Stolpergefahr), aber auch nicht zu weit von Ihnen entfernt laufen. Die richtige Position ist deshalb wichtig, weil die meisten Ausstellungsringe nicht besonders groß sind und Sie kaum Gelegenheit haben, Ihren Hund bei Fehlern entsprechend zu korrigieren.

Zu 3. Der Zuchtrichter beurteilt nicht nur das Aussehen oder das Gangwerk, sondern auch das Gebäude und das Gebiß Ihres Dalmatiners. Dabei ist es unumgänglich, daß der Richter den Hund dabei berührt. Der von der F.C.I. festgelegte Rassestandard beschreibt auch, daß der Dalmatiner freundlich, ausgeglichen und frei von Aggressivität sein soll. Dies schließt das sich Berühren lassen von fremden Personen ein! Aber auch diesen Punkt können Sie bereits vorher üben. Bringen Sie den Hund mit möglichst vielen Menschen zusammen. Nehmen Sie Ihren Dalmatiner zu möglichst vielen Gelegenheiten mit, bei dem fremde Personen anzutreffen sind. Dabei sollten Sie den fremden Menschen ruhig Gelegenheit geben (wenn diese es möchten), Ihren Hund anzufassen. Auch während des normalen Erziehungstrainings können Sie diese Übung nahezu unbemerkt einbauen. Auch aus einem andern Grund wird es vom Ausbildungswart gewünscht, daß sich die Hunde bereits mindestens eine halbe Stunde vor dem Beginn des Erziehungstrainings treffen und miteinander spielen und toben. Sie könnten auch einen anderen Dalmatinerbesitzer bitten, sich einmal das Gebiß Ihres Hundes anzusehen.

Zu 4. Auch diesen absolut wichtigen Teil können Sie für sich und Ihren Hund üben. Dies gilt auch, wenn Sie nicht auf Ausstellungen wollen!! Von klein auf können Sie Ihren Dalmatiner an Artgenossen gewöhnen. Sollten die Vereine keine Welpengruppe anbieten, so können Sie ohne weiteres auf örtliche Hundevereine ausweichen. Wichtig ist, daß Ihr Hund regelmäßig mit vielen fremden Hunden aller Rassen zusammen kommt. Das Sozialverhalten des Hundes wird in dieser Phase geprägt und entscheidet auch das künftige Verhalten gegenüber den Artgenossen während seines weiteren Lebens. Der Dalmatiner und sein Besitzer sammeln bei diesen wöchentlichen Welpentreffen Erfahrungen über das Sozialverhalten der Hunde untereinander. Alle Übungen, die Sie selber als Handler mit Ihren Hund trainieren, sollten Sie sanft, ruhig und Gelassen durchführen. Denken Sie daran, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Im Ring soll Ihr Hund Selbstsicherheit, Überlegenheit und jede Menge Persönlichkeit ausstrahlen. Fördern Sie dies von Anfang an, indem Sie ihm, wann immer es möglich ist, den Rücken stärken. Geben Sie ihm stets das Gefühl, "der Größte" zu sein, und sparen Sie nie mit Aufmunterung, Lob und Belohnungen. Geben Sie Ihrem Hund einen besonderen Leckerbissen, den er nur bei den Ausstellungsübungen erhält. Dies soll natürlich keinesfalls bedeuten, daß Sie ihm jede Unart durchgehen lassen müssen. Zeigen Sie ihm liebevoll mit Ruhe und Konsequenz, was er darf und was nicht. Gewalt ist dabei jedoch tabu! Das Gegenseitige Vertrauen zwischen Handler und Hund ist eine der Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Zusammenarbeit im Ring.

Der Ausstellungsring Der Ausstellungsring wird durch ein Absperrband von der übrigen Ausstellungsfläche gekennzeichnet. Im Ring befindet sich ein Tisch und Stühle für den Zuchtrichter und die Ringhelfer. Ferner eine Anzeigetafel, auf der später die Ausstellungsergebnisse bekannt gegeben werden. Die Ausstellungs- oder Sonderleiter sind bemüht, den Ausstellungsring so groß wie möglich zu gestalten. Jeder Ausstellungsring hat auch einen "Eingang", dessen Lage bereits erkennen läßt, wie später die Hunde im Ring aufgestellt werden. Das seitliche Ein- und Aussteigen, wie es manche Aussteller machen, zeigt wenig Disziplin und wird von den Ausstellungsleitern nicht gern gesehen.

Es wird ernst, der Ausstellungstag Üblicherweise beginnen die Bewertungen auf den Ausstellungen um etwa 9 Uhr. Das heißt, entweder der Tag des Hundes und seines Ausstellers beginnt sehr früh oder man reist schon einen Tag früher an und übernachtet am Ort. Letztendlich wird es auch eine finanzielle Frage sein, welche Möglichkeit man für sich auswählt. Auf jeden Fall sollte der zeitliche Rahmen für die Anfahrt so geplant werden, daß genügend Pausen gemacht werden können. Es soll weder für Sie, noch für den Hund eine Strapaze werden. Die Aufregung kommt noch früh genug. Halten Sie für die Eingangskontrolle beim Betreten des Zuchtschaugeländes Ihre "Papiere" bereit. In der Regel werden die Angaben auf dem Impfpaß kontrolliert und / oder die Übereinstimmung der Täto - Nummer des Hundes mit der Eintragung auf der Ahnentafel. Suchen Sie sich anschließend einen gemütlichen Platz am Ausstellungsring. Ihnen bleibt nun ein wenig Zeit, den Ausstellungskatalog zu studieren, oder mit anderen Ausstellern zu "fachsimpeln". Zuerst werden die Hündinnen, anschließend die Rüden gerichtet. Dabei wird jeweils die Reihenfolge der Klassen eingehalten: Jüngstenklasse, Veteranenklasse, Ehrenklasse, Jugendklasse, Championklasse und Offene-Klasse. Sollte in einer Klasse keine Meldung vorhanden sein, so wird diese einfach übersprungen. Das Aufrufen der Dalmatiner geschieht in der Reihenfolge der Startnummern. Jeder Aussteller ist selbst für das pünktliche Erscheinen im Ring verantwortlich. Der Zuchtrichter wird Ihren Hund nun in der Bewegung und im Stand beurteilen. Dabei stehen ihm folgende Formwertnoten abschließend zur Verfügung: nicht genügend, genügend, gut, sehr gut und vorzüglich. Die vier besten Hunde einer Klasse werden plaziert. Nur in der Jüngstenklasse gibt es die Formwertnoten: wenig versprechend, versprechend, vielversprechend und keine Plazierung! In der Ehren- und Veteranenklasse werden keine Formwertnoten vergeben, sondern nur Plazierungen. In der Regel werden zu Beginn alle Hunde der zu richtenden Klasse in den Ring gerufen, die dann gegebenenfalls in kleinere Gruppen geteilt wird. Die zweite und dritte Gruppe verlassen wieder den Ring. Die im Ring verbliebenen Teams werden nun aufgefordert gemeinsam im Kreis zu laufen! Die Betonung liegt auf LAUFEN! Danach wird jedes Team einzeln zum Richtertisch gebeten. Auch jetzt wird nochmals der Bewegungsablauf des Hundes im Einzelnen betrachtet. Es erfolgt die Zahnkontrolle (Scherengebiß, evtl. Zahnverlust), Hodenkontrolle beim Rüden, Vor- und Hinterhandwinkelung, sowie das weitere Gebäude. Bei dieser Betrachtung ist es außerordentlich wichtig, daß der Hund ruhig und aufmerksam vor dem Richter steht und trotzdem eine gewisse Anspannung ausdrückt. Bei aller Konzentration auf Ihren Hund sollten Sie trotzdem auf die Anweisungen des Richters achten. Ganz zum Schluß wird der Zuchtrichter seine Bewertung mit der Formwertnote abschließen. Diese wird Ihnen aber noch nicht bekannt gegeben. Erst am Ende des Richtens der gesamten Klasse wird sich der Zuchtrichter für die Plazierung entscheiden.

Schlußwort Ich habe versucht unsere Erfahrungen einigermaßen leicht verständlich in Worte zu fassen. Ich hoffe, diese Tips und Anregungen kommen für Sie noch rechtzeitig. Sehr hilfreich und deshalb für sehr empfehlenswert halte ich folgendes Buch: "GUTES HANDLING" von Elke Peper, (Siehe Kapitel "Buchtips")

Bei allem Ehrgeiz, Ihr Hund bleibt Ihr Hund,  vollkommen egal, ob er nun eine "besondere" Bewertung und Plazierung erhält - oder nicht. Denn Bewertungen werden von Menschen vorgenommen, die alle ihren eigenen Geschmack in Sachen Schönheit und Rassestandardtauslegung haben. Die besondere Beziehung zwischen Ihnen und Ihrem Hund kann keine Formwertnote beeinträchtigen. Es bleibt Ihr treuer Begleiter, der an diesem Tag mit Ihnen zusammen sein Bestes gegeben hat!

  1. Buchtips UND QUELLENNACHWEIS

 

Buchtipps

Oft werden wir nach geeigneten Büchern gefragt. Die nachfolgende Liste kann nur eine kleine Auswahl aus dem reichhaltigen Bücherangebot sein. Wir haben nur Titel in die Liste aufgenommen, die wir selber gelesen haben und die den Hund als Partner und Familienmitglied sehen, behandeln und beschreiben. Gerade bei der Hundeausbildung ist eine Methode ohne körperlichen Zwang die richtige Richtung!

Hund und Mensch im Zwiegespräch Gudrun Feltmann-von Schroeder Kosmos Hundebibliothek

ISBN 3-440-06626-6

Von der Seele des Hundes Eric H. W. Aldington Gollwitzer Verlag, Weiden

ISBN 3-923555-05-9

Spielend vom Welpen zum Hund Heinz Weidt / Dina Berlowitz Naturbuch Verlag, Augsburg

ISBN 3-89440-187-7

Hunde – Erziehung leicht gemacht! Barbara Woodhouse Müller Rüschlikon, CH-Cham

ISBN 3-275-00605-3

Hundeerziehung 2000 Dr. Roger Mugford Kynos Verlag, Mürlenbach

ISBN 3-924008-89-2

Was tu‘ ich nur mit diesem Hund Eric H. W. Aldington Gollwitzer Verlag, Weiden

ISBN 3-923555-08-3

Von der Gesundheit des Hundes Eric H. W. Aldington Gollwitzer Verlag, Weiden

ISBN 3-923555-09-1

Dalmatiner Lilly Barmettler Müller Rüschlikon, CH-Cham

ISBN 3-275-01197-9

Gutes Handling Elke Peper Kynos Verlag, Mürlenbach

ISBN 3-929545-16-0

 

Quellennachweis

Als Quellennachweis gelten alle unter "Buchtips" genannten Bücher, sowie

Hundezucht naturgemäß Ilse Sieber & E. H. W. Aldington Gollwitzer Verlag, Weiden

ISBN 3-923555-03-2

Vom Körperbau des Hundes E. H. W. Aldington & F. Stockmann Gollwitzer Verlag, Weiden

ISBN 3-923555-04-0

Die Technik der Hundezucht Dr. Dieter Fleig Kynos Verlag, Mürlenbach

ISBN 3-924008-85-X

Fruchtbarkeit und Geburtshilfe W. Edward Allen Enke Verlag, Stuttgart

beim Hund ISBN 3-432-26261-2

 

 

 

 

 

Druckversion Druckversion | Sitemap Diese Seite weiterempfehlen Diese Seite weiterempfehlen
© copyright Bianca Leupold Dalmatiner Iserlohn